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Zweisprachige Website: Wann sich Englisch wirklich lohnt

Englische Website-Fassung: wann sie sich lohnt, welche drei bis fünf Seiten reichen und was Technik, hreflang und die Pflege beider Sprachstände kosten.

13 Min. Lesezeit MehrsprachigkeithreflangSEOWebsite-Relaunch

Die Entscheidung fällt oft in einem Nebensatz. Jemand aus der Geschäftsleitung sagt im Vorbeigehen, die Website sollte es auch auf Englisch geben, und ein halbes Jahr später steht eine zweite Sprachfassung online, die seit dem Tag der Freischaltung nicht mehr angefasst wurde. Preise von vorgestern, eine Leistung, die es so nicht mehr gibt, ein Kontaktformular, das auf Deutsch antwortet. Das ist der häufigste Fehler bei zweisprachigen Websites in kleinen und mittleren Betrieben: Die englische Fassung entsteht aus Prestige, nicht aus einem Anlass - und eine halb gepflegte Übersetzung wirkt auf einen internationalen Besucher schlechter als gar keine. Dabei gibt es sehr gute Gründe für Englisch. Im Verarbeitenden Gewerbe stammt rund die Hälfte des Umsatzes (Statistisches Bundesamt) aus dem Ausland, 83,8 Millionen Übernachtungen (Statistisches Bundesamt) entfielen 2025 auf Gäste aus dem Ausland, und im Wettbewerb um Personal ist die Karriereseite häufig die einzige Seite, die eine zweite Sprache wirklich braucht. Umgekehrt gilt: 76 Prozent (CSA Research 2020) der Onlinekäufer bevorzugen Angebote mit Informationen in ihrer eigenen Sprache, 40 Prozent (CSA Research 2020) kaufen grundsätzlich nicht auf fremdsprachigen Seiten. Sprache ist also kein Etikett, sondern ein Verkaufsfaktor. Dieser Beitrag liefert ein Entscheidungsraster für Betriebe in der Region Hildesheim: wer Englisch braucht, welche drei bis fünf Seiten wirklich übersetzt gehören, was technisch dazugehört und was die zweite Sprache in der Pflege dauerhaft kostet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine englische Fassung lohnt sich, wenn ein konkreter Anlass da ist: Kunden im Ausland, internationale Patienten, Gäste aus dem Ausland oder Bewerbungen von Fachkräften - nicht, weil es weltläufiger aussieht.
  • 76 Prozent (CSA Research 2020) der Onlinekäufer bevorzugen Informationen in ihrer eigenen Sprache, 40 Prozent (CSA Research 2020) kaufen grundsätzlich nicht auf fremdsprachigen Seiten. Wer im Ausland verkauft, verschenkt ohne Übersetzung messbar Nachfrage.
  • Drei bis fünf Seiten mit echtem Anlass tragen weiter als ein kompletter Spiegel der deutschen Website, den nach einem Jahr kaum jemand pflegt.
  • Technisch braucht jede Sprache eine eigene, dauerhafte Adresse, eine wechselseitige Sprachauszeichnung und einen sichtbaren Umschalter; von automatischer Weiterleitung nach vermutetem Standort rät auch die Suchmaschinen-Dokumentation ab (Google Search Central).
  • Maschinell durchgeschobene Texte tragen in der Suche selten. Ein Neutext auf Englisch kostet einmalig Geld und danach dauerhaft Aufmerksamkeit, weil jede Änderung zweimal anfällt.

Warum die englische Fassung oft aus Prestige entsteht

Fragt man nach, warum eine Website eine englische Fassung hat, kommt selten eine Zahl als Antwort. Häufiger kommt ein Gefühl: Es wirke professioneller, man wolle international auftreten, andere in der Branche hätten es auch. Das ist nachvollziehbar, trägt aber nicht weit. Eine zweite Sprache ist kein Gestaltungselement, sondern ein zweiter Inhaltsstand, der ab dem Tag der Freischaltung Pflege braucht. Wer sie ohne Anlass anlegt, legt eine Baustelle an, die mit jedem Monat größer wird - und die ausgerechnet die Besucher trifft, für die sie gedacht war.

So sieht das im Alltag aus: Die Startseite ist sauber übersetzt, die Leistungsseiten zur Hälfte, die Referenzen gar nicht. Wer auf Englisch klickt, landet nach zwei Schritten wieder im deutschen Text. Das Kontaktformular hat deutsche Feldnamen, die Pflichtfeldmeldung erscheint auf Deutsch, und die Bestätigungsmail ebenfalls. Für einen Einkäufer aus Rotterdam oder eine Bewerberin aus Krakau ist das kein Schönheitsfehler, sondern ein Signal: Hier ist man auf mich nicht vorbereitet. Dieser Eindruck schlägt auf den gesamten Auftritt durch, auch auf den deutschen Teil, der vielleicht sorgfältig gepflegt wird.

Dass Sprache dabei kein weiches Thema ist, zeigen die Zahlen deutlich. 76 Prozent (CSA Research 2020) der Onlinekäufer wählen bei zwei vergleichbaren Angeboten dasjenige mit Informationen in ihrer eigenen Sprache, 65 Prozent (CSA Research 2020) bevorzugen Inhalte in ihrer Sprache selbst dann, wenn die Übersetzungsqualität zu wünschen übrig lässt, und 40 Prozent (CSA Research 2020) kaufen grundsätzlich nicht auf fremdsprachigen Seiten. Eine Befragung im Auftrag der Europäischen Kommission zeichnete schon 2011 ein ähnliches Bild: Neun von zehn (Europäische Kommission) Internetnutzern rufen eine Website in ihrer Sprache auf, sobald sie die Wahl haben, und 42 Prozent (Europäische Kommission) kaufen ausschließlich in der eigenen Sprache. Wer international anbietet, verschenkt ohne Übersetzung also messbar Nachfrage. Wer nicht international anbietet, gewinnt mit einer Übersetzung dagegen wenig - außer Pflegeaufwand. Genau deshalb gehört die nüchterne Frage nach dem Anlass an den Anfang, am besten schon in der Planung von Webdesign und Seitenstruktur.

Was eine gepflegte Zweitsprache leistet

Sie nimmt einer Anfrage aus dem Ausland die Hürde, bevor sie entsteht. Der Besucher versteht Leistung, Ablauf und Ansprechpartner ohne Übersetzungswerkzeug, findet die passenden Angaben und schreibt in seiner Sprache. Das verkürzt die erste Runde an Rückfragen spürbar.

Was eine halbe Übersetzung anrichtet

Sie erzeugt Sackgassen. Wer nach zwei Klicks im deutschen Text landet, deutet das als Nachlässigkeit und überträgt dieses Urteil auf Ihr Angebot. Veraltete Preise oder überholte Leistungen in der Zweitsprache sind zudem ein rechtliches Risiko, weil auch diese Fassung als Ihre Aussage gilt.

Das Entscheidungsraster: wer in der Region Englisch braucht

Ein Anlass ist etwas anderes als eine Möglichkeit. Ein Anlass liegt vor, wenn Sie benennen können, wer die englische Seite lesen soll, was diese Person dort sucht und was danach passieren soll. Für Betriebe zwischen Hildesheim, Peine und Hannover fallen erfahrungsgemäß vier Muster auf, die tragen. Zur Einordnung: Rund jedes fünfte (KfW Research) mittelständische Unternehmen erzielt überhaupt Umsätze im Ausland. Die Mehrheit braucht also keine zweite Sprache - eine klar erkennbare Minderheit dafür umso dringender.

Zulieferer und Produktion

Deutschland exportierte 2024 Waren im Wert von rund 1,56 Billionen Euro (Statistisches Bundesamt); für das Verarbeitende Gewerbe ist das Auslandsgeschäft damit kein Randthema. Wer Teile, Anlagen oder Sonderfertigung liefert, bekommt Anfragen von Einkäufern, die Datenblätter, Fertigungstiefe und Zertifikate auf Englisch erwarten.

Praxen mit internationalen Patienten

Fachpraxen, Therapeuten und Kliniken in Universitäts- oder Werksnähe behandeln Menschen, die auf Deutsch noch unsicher sind. Hier zählen wenige Seiten: Leistungsspektrum, Sprechzeiten, Anfahrt und Aufnahmeformalitäten. Der Rest darf bewusst deutsch bleiben.

Ferienunterkünfte und Gastgeber

2025 entfielen 83,8 Millionen Übernachtungen (Statistisches Bundesamt) auf Gäste aus dem Ausland, bei 497,5 Millionen Übernachtungen (Statistisches Bundesamt) insgesamt - gut jede sechste. Für Ferienwohnungen, Pensionen und Hofcafés im Umland ist eine englische Buchungs- und Anfahrtsseite oft der gesamte Bedarf.

Fachkräfte aus dem Ausland

Um das Erwerbspersonenpotenzial zu halten, wäre einer Projektion von 2021 zufolge über Jahre eine Nettozuwanderung von rund 400.000 Personen (IAB 2021) jährlich nötig, und knapp 6 Millionen (Bundesagentur für Arbeit) sozialversicherungspflichtig Beschäftigte hatten im Mai 2026 keinen deutschen Pass. Zunehmend ist die Karriereseite die einzige Seite, die eine englische Fassung wirklich braucht.

Fällt Ihr Betrieb in keines dieser Muster, lautet die ehrliche Antwort meistens: Englisch lohnt sich derzeit nicht. Dieselbe Investition bringt dann in einer klareren deutschen Seitenstruktur, in Local SEO für die Region oder in kürzeren Ladezeiten deutlich mehr Anfragen. Eine zweite Sprache ist keine Stufe der Professionalität, die man irgendwann erreicht, sondern eine Antwort auf eine konkrete Nachfrage. Wer sie ohne diese Nachfrage anlegt, zahlt dauerhaft für ein Signal, das kaum jemand sieht.

Und es gibt einen Zwischenweg, den viele übersehen: Nicht die ganze Website muss zweisprachig sein, damit ein einzelner Bereich es ist. Wer vor allem um Personal wirbt, übersetzt die Karriereseite samt Bewerbungsformular und lässt alles andere deutsch. Wie eine solche Seite gebaut sein muss, damit überhaupt Bewerbungen ankommen, steht ausführlich in unserem Beitrag zur Karriereseite fürs Handwerk. Die Sprachfrage kommt dort obendrauf, nicht davor. In der Industrie gilt dasselbe Prinzip für Produkt- und Fertigungsseiten, wie wir es auf unserer Seite zum Webdesign für Industrie und Produktion beschreiben.

AspektEnglisch ohne AnlassEnglisch mit Anlass
AuslöserWunsch nach WeltläufigkeitBenennbare Leser mit konkretem Bedarf
UmfangKompletter Spiegel der deutschen SeiteDrei bis fünf Seiten mit klarer Aufgabe
PflegeNach der Freischaltung eingefrorenFester Platz in der Änderungsroutine
FormulareDeutsche Feldnamen und AntwortmailBeschriftung, Hinweise und Mail auf Englisch
WirkungWirkt nachlässig, kostet VertrauenSenkt die Hürde zur ersten Anfrage

Klein anfangen, sauber halten

Eine einzelne, vollständig gepflegte englische Seite schlägt zehn halbfertige. Starten Sie mit dem Bereich, für den Sie den Bedarf belegen können - oft die Karriereseite oder eine Produktseite -, und erweitern Sie erst, wenn dieser Bereich nachweislich Anfragen bringt. Das hält den Aufwand klein und macht den Nutzen messbar.

Der Umfang: drei bis fünf Seiten statt kompletter Zweitfassung

Der teuerste Weg zur Zweisprachigkeit ist der scheinbar naheliegende: alles übersetzen. Er klingt konsequent, verdoppelt aber jede spätere Änderung, jede Preisanpassung, jeden neuen Blogbeitrag und jede rechtliche Aktualisierung. Nach zwölf Monaten ist der englische Stand in der Regel deutlich älter als der deutsche, weil im Tagesgeschäft die Sprache gepflegt wird, in der die Anfragen eintreffen. Das Ergebnis ist genau die halb gepflegte Fassung, die man vermeiden wollte.

Deutlich tragfähiger ist eine bewusste Auswahl. Sie beginnt mit der Frage, welchen Weg ein internationaler Besucher nimmt: Er kommt über eine Suche oder eine Empfehlung, verhält sich dabei kaum anders als ein regionaler Interessent, dessen Weg wir in mehr Anfragen über die Website beschrieben haben, und will verstehen, was Sie können, ob Sie für ihn zuständig sind und wie er Sie erreicht. Für diesen Weg braucht es selten mehr als eine Handvoll Seiten. Alles Weitere - Blog, Ortsseiten, Referenzhistorie - bleibt deutsch, ohne dass jemand etwas vermisst.

  • Eine englische Einstiegsseite, die in wenigen Sätzen sagt, wer Sie sind, wo Sie sitzen und für wen Sie arbeiten - keine Übersetzung der kompletten Startseite.
  • Die eine Leistungs- oder Produktseite, die den Anlass trägt: Fertigung, Behandlungsspektrum, Unterkunft oder offene Stellen.
  • Die Kontaktseite mit Anschrift, Telefonnummer im internationalen Format, Erreichbarkeit samt Zeitzone und einem Formular, das auf Englisch beschriftet ist und auf Englisch antwortet.
  • Die Karriereseite, wenn Personalgewinnung der Anlass ist - inklusive Hinweisen zu Anerkennung, Unterstützung beim Ankommen und dem tatsächlich benötigten Sprachniveau.
  • Impressum und Datenschutzerklärung in englischer Fassung, damit der Pflichtteil nicht die einzige deutsche Sackgasse im englischen Pfad bleibt.
  • Optional eine kurze Referenz- oder Vertrauensseite, falls Sie im Ausland ohne persönliche Empfehlung antreten.

Was bewusst deutsch bleibt, sollte im englischen Pfad gar nicht erst verlinkt sein. Ein Menüpunkt, der in die deutsche Seite führt, ist ärgerlicher als ein Menüpunkt, den es auf Englisch nicht gibt. Umgekehrt gehört an die Stellen, an denen ein englischer Besucher weitergehen möchte, ein sichtbarer Hinweis - etwa der Satz, dass weitere Informationen auf Deutsch vorliegen und Sie Rückfragen gern auf Englisch beantworten. Das ist ehrlicher als eine Übersetzung, die es nur bis zur Überschrift geschafft hat.

Halbe Übersetzungen kosten Vertrauen

Eine englische Seite mit deutschen Preisen von vorletztem Jahr ist nicht nur unhöflich, sie ist eine Aussage, an der Sie sich messen lassen müssen. Veraltete Angaben in der Zweitsprache können wettbewerbsrechtlich beanstandet werden, und im Streitfall hilft es wenig, dass die deutsche Fassung aktuell war. Wer eine Sprache anbietet, übernimmt für sie dieselbe Sorgfaltspflicht wie für die Hauptsprache.

Technik ohne Fachjargon: was eine zweite Sprache wirklich braucht

Der technische Teil klingt komplizierter, als er ist. Im Kern geht es um sechs Punkte, die man einmal richtig anlegt und danach kaum wieder anfasst. Wer sie überspringt, bekommt eine Zweitsprache, die zwar im Browser sichtbar ist, in der Suche aber gar nicht existiert - und damit den Hauptnutzen verfehlt, nämlich von Interessenten aus dem Ausland überhaupt gefunden zu werden.

Eigene Adresse je Sprache

Jede Sprachfassung braucht eine eigene, dauerhafte Adresse, etwa ihr-betrieb.de/en/services. Wird die Sprache nur per Skript im Browser umgeschaltet, bleibt die Adresse dieselbe. Suchmaschinen sehen dann eine einzige Version und können die zweite nicht aufnehmen (Google Search Central) - die Übersetzung ist bezahlt, aber unsichtbar.

Wechselseitige Sprachauszeichnung

Beide Fassungen verweisen im Quelltext aufeinander: die deutsche Seite auf ihr englisches Gegenstück und umgekehrt. Fehlt der Rückverweis, wird die Auszeichnung in der Regel ignoriert (Google Search Central). Ein zusätzlicher Standardeintrag legt fest, welche Fassung ausgeliefert wird, wenn keine Sprache passt.

Sichtbarer Umschalter statt Automatik

Der Sprachwechsel gehört sichtbar in die Kopfzeile, auf jeder Seite, und führt auf die entsprechende Unterseite statt zurück auf die Startseite. Von automatischer Weiterleitung nach vermutetem Standort oder Browsersprache rät die Suchmaschinen-Dokumentation ausdrücklich ab (Google Search Central), weil Besucher und Suchmaschinen so nicht mehr an alle Fassungen kommen.

Rechtstexte und Formulare

Impressum, Datenschutzerklärung und, falls einschlägig, die Widerrufsbelehrung gehören in beide Sprachen. Dazu kommen Formularbeschriftungen, Pflichtfeldhinweise, Fehlermeldungen, die Einwilligungstexte und die Bestätigungsmail. Ein englisches Formular mit deutscher Antwortmail ist der häufigste Bruch im gesamten Ablauf.

Datum, Telefon, Adresse

Aus 28.08.2026 wird international lesbar 28 August 2026, die Telefonnummer beginnt mit +49 und verzichtet auf die führende Null, die Anschrift nennt das Land. Öffnungszeiten bekommen eine Zeitzone, Preise eine Währungsangabe. Das sind Kleinigkeiten, die im Zweifel über eine Rückfrage oder eine Anfrage entscheiden.

Sichtbarkeit der Zweitsprache

Die englischen Seiten brauchen eigene Seitentitel, eigene Beschreibungen und einen Platz in der Sitemap. Wer englische Suchbegriffe nicht recherchiert, übersetzt am Bedarf vorbei: Aus Zerspanung wird nicht automatisch der Begriff, den ein Einkäufer tatsächlich eingibt. Die Recherche in der Zweitsprache ist eigene Arbeit, keine Nebenwirkung der Übersetzung.

Wer diese sechs Punkte beim Aufbau berücksichtigt, spart sich später die unangenehmste aller Nacharbeiten: eine zweite Sprache, die nachträglich in eine Struktur gepresst werden muss, die nur für eine gedacht war. Deshalb gehört die Sprachfrage in die Konzeptphase eines Website-Relaunchs und nicht in die Schlussrunde. Auch dann, wenn Englisch erst in zwei Jahren kommen soll, kostet die vorbereitete Struktur fast nichts - das nachträgliche Umbauen dagegen einiges.

Eine Adresse je Sprache - das ist die halbe Miete

Wenn Sie sich nur einen technischen Punkt merken, dann diesen: Jede Sprachfassung braucht ihre eigene, gleichbleibende Adresse. Alles Weitere - Auszeichnung, Umschalter, Sitemap - baut darauf auf. Ein Sprachwechsel, der die Adresse unverändert lässt, ist für Suchmaschinen praktisch unsichtbar und macht die gesamte Investition wirkungslos.

Ergänzend zahlt sich strukturierte Auszeichnung auch zweisprachig aus: Öffnungszeiten, Anschrift und Leistungen können so ausgezeichnet werden, dass sie in beiden Sprachen sauber ausgelesen werden. Wie das grundsätzlich funktioniert und was es bringt, haben wir in Rich Snippets und strukturierte Daten erklärt. Wichtig ist nur, dass die Auszeichnung je Sprachfassung zur jeweiligen Seite passt und nicht aus der deutschen Vorlage kopiert bleibt.

Maschinell durchgeschoben oder neu geschrieben?

Die Versuchung ist groß: Ein Übersetzungsmodul über die bestehende Seite legen, fertig ist die Zweitsprache. Technisch geht das schnell, inhaltlich selten gut. Automatisch erzeugte Übersetzungen, die vor der Veröffentlichung niemand geprüft hat, gelten in den Qualitätsrichtlinien für die Suche als problematischer Inhalt (Google Search Central) und tragen deshalb in der Regel wenig zur Sichtbarkeit bei. Dazu kommt das fachliche Problem: Maschinen übersetzen Wörter zuverlässig, Fachbegriffe und Branchensprache dagegen unterschiedlich gut.

Das merkt man ausgerechnet dort am stärksten, wo es zählt. Ein Fertigungsverfahren, eine Materialgüte, eine Behandlungsmethode oder eine Berufsbezeichnung im Handwerk hat im Englischen oft mehrere mögliche Entsprechungen, von denen nur eine im Zielmarkt gebräuchlich ist. Wer die falsche wählt, wird von genau den Leuten nicht gefunden, für die die Seite gedacht war. Das ist kein Übersetzungsfehler im engeren Sinne, sondern ein Vermarktungsfehler.

Ein Neutext auf Englisch ist deshalb weniger eine Übersetzung als eine zweite Fassung derselben Botschaft. Er nimmt die Struktur der deutschen Seite auf, kürzt, was für ein internationales Publikum ohne Bedeutung ist, ergänzt, was hier selbstverständlich, dort aber erklärungsbedürftig ist - etwa die Rolle einer Innung, ein Ausbildungssystem oder eine regionale Bezeichnung. Als Faustregel gilt: Was Sie einem Kunden aus dem Ausland am Telefon erklären müssten, gehört in den englischen Text hinein, auch wenn es im deutschen fehlt. Wie man Inhalte grundsätzlich so aufbaut, dass sie Anfragen erzeugen, beschreiben wir in unserem Überblick zum Content-Marketing.

KriteriumMaschinell durchgeschobenNeutext auf Englisch
Aufwand am AnfangSehr gering, oft eine EinstellungSpürbar, pro Seite kalkulierbar
FachbegriffeZufallstreffer, oft unüblichRecherchiert und im Zielmarkt gebräuchlich
Sichtbarkeit in der SucheTrägt erfahrungsgemäß seltenEigene Titel, eigene Suchbegriffe
RechtstexteUngeprüft riskantFachlich geprüfte Fassung
FolgeaufwandFehler wandern in jede Änderung mitJede Änderung fällt zweimal an, aber sauber

Die ehrliche Rechnung

Die zweite Sprache kostet nicht einmal, sondern dauerhaft. Jeder neue Preis, jede neue Leistung, jede geänderte Öffnungszeit und jede rechtliche Anpassung fällt danach zweimal an. Rechnen Sie deshalb vor der Entscheidung nicht nur die Erstellung, sondern auch den Änderungsrhythmus Ihres Betriebs mit: Wer monatlich etwas ändert, braucht eine schlanke Zweitsprache; wer jährlich etwas ändert, kann mehr Seiten verantworten.

Wege zur zweiten Sprache und was sie in der Pflege kostet

In der Praxis gibt es vier saubere Wege, und sie unterscheiden sich vor allem im Zeitpunkt. Am günstigsten ist die zweite Sprache dann, wenn sie von Anfang an mitgedacht wird - nicht, weil die Übersetzung billiger wäre, sondern weil Struktur, Menü, Formulare und Adressschema nur einmal gebaut werden müssen. Am teuersten ist sie als nachträglicher Anbau an eine Seite, deren Aufbau nicht für zwei Stände vorgesehen war.

Welcher Weg passt, hängt weniger vom Budget ab als vom Zustand der bestehenden Seite. Ist ohnehin ein Relaunch fällig, ist der Zeitpunkt ideal. Läuft die Seite technisch gut, lässt sich die Zweitsprache auch einzeln nachrüsten. Eine transparente Übersicht über Leistungsumfang und Aufwände finden Sie auf unserer Seite zu den Preisen und Leistungspaketen.

  1. Zweisprachiger Neubau: Struktur, Menüführung, Adressschema und Formulare werden von Beginn an für zwei Sprachen angelegt. Der Aufpreis gegenüber einer einsprachigen Seite bleibt überschaubar, weil nur Inhalte und Auszeichnung hinzukommen.
  2. Nachrüsten im Relaunch: Steht ohnehin eine Erneuerung an, wandert die Zweitsprache in dasselbe Projekt. Alte Adressen werden dabei weitergeleitet, damit vorhandene Platzierungen erhalten bleiben.
  3. Sichtbarkeit für die Zweitsprache: Eigene Suchbegriffsrecherche auf Englisch, eigene Seitentitel und Beschreibungen, Aufnahme in die Sitemap. Ohne diesen Schritt bleibt die Übersetzung ein Angebot für Besucher, die ohnehin schon da sind - mehr zum Vorgehen in unserem Beitrag zu den SEO-Grundlagen für lokale Betriebe und auf der Seite zu SEO aus Hildesheim.
  4. Pflege beider Stände: Änderungen laufen in beiden Sprachen im selben Durchgang, samt Prüfung, ob Rechtstexte, Formulartexte und Antwortmails mitgezogen wurden. Im Rahmen der laufenden Website-Wartung und Betreuung lässt sich das als feste Routine abbilden, statt es dem Tagesgeschäft zu überlassen.

Eine zweite Sprache ist kein Schmuck an der Website, sondern ein Versprechen an einen Leser, den Sie benennen können - und Versprechen brauchen Pflege.

Internetagentur Hildesheim

Was sonst noch auf den ersten Eindruck einzahlt

Wer international anfragt, tut das oft außerhalb Ihrer Bürozeiten. Ein Assistent auf der Website, der Anfragen vorqualifiziert, fängt diese Kontakte auf und sortiert sie, bevor Sie am nächsten Morgen antworten. Und wer regelmäßig mit Bestandskunden im Ausland spricht, sollte auch den Versand mitdenken: Wie Sie einen Newsletter rechtssicher aufbauen, gilt in beiden Sprachen gleichermaßen. Für die Pflichtangaben im englischen Pfad hilft unser Beitrag zum Impressum nach DDG.

Quellen und Studien

Dieser Artikel basiert auf Daten von CSA Research, der Europäischen Kommission, dem Statistischen Bundesamt, KfW Research, der Bundesagentur für Arbeit, dem IAB und Google Search Central. Die genannten Zahlen beziehen sich auf den Stand der jeweiligen Veröffentlichung.

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