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SEO & lokale Sichtbarkeit

Google Search Console lesen: welche Zahlen wirklich zählen

Klicks, Impressionen, Klickrate, Position: Was die vier Zahlen der Search Console über Ihre Anfragen sagen, welche Filter zählen und wo der Bericht endet.

15 Min. Lesezeit SEOSichtbarkeitMittelstand

Die meisten Betriebe öffnen die Search Console genau zweimal: einmal, als die Website online ging, und einmal, wenn die Anfragen ausbleiben. Dazwischen läuft ein Bericht weiter, der die einzige Frage beantwortet, auf die es ankommt: Wonach suchen Menschen in Ihrer Region, und steht Ihre Seite dabei überhaupt im Ergebnis? Dieser Text nimmt vier Zahlen, drei Filter und zwei Berichte auseinander. Mehr braucht ein Handwerksbetrieb, eine Praxis oder ein Ladengeschäft nicht, um aus einer Zahlenwand eine Aufgabenliste zu machen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Search Console misst die Suche vor Ihrer Website, nicht das Verhalten darauf. Sie ist deshalb kein Ersatz für einen Besucherzähler, sondern seine Vorstufe.
  • 62,1 Prozent (SparkToro) der deutschen Google-Suchen enden ohne Klick. Impressionen ohne Klick sind der Normalfall und kein Defekt Ihrer Seite.
  • Die vier Kennzahlen im Kopf des Berichts lassen sich nicht einzeln lesen. Erst das Paar aus Position und Klickrate sagt, ob eine Seite Text braucht oder Sichtbarkeit.
  • Ohne Filter ist der Bericht ein Durchschnitt aus Stellenanzeigen, Markensuchen und Fehlklicks. Mit drei Filtern wird er zu einer Liste konkreter Aufgaben.
  • Die Daten reichen 16 Monate (Google) zurück und erscheinen mit rund 48 Stunden (Google) Verzögerung. Beides bestimmt, wann Sie überhaupt vergleichen dürfen.

Was der Leistungsbericht wirklich zeigt

Die Search Console misst nicht Ihre Website. Sie misst die Suche davor. Jede Zeile im Leistungsbericht beschreibt einen Moment, in dem jemand etwas in das Suchfeld getippt hat und Ihre Seite im Ergebnis stand – mit oder ohne Klick. Ein Besucherzähler auf der eigenen Seite setzt erst danach ein, beim ersten Seitenaufruf. Beide Werkzeuge messen etwas Richtiges, aber sie messen nicht dasselbe. Wer die eine Zahl gegen die andere hält und eine Abweichung findet, hat keinen Fehler gefunden, sondern zwei verschiedene Fragen gestellt.

Der Bedarf dahinter ist gut dokumentiert. 80 Prozent (Statistisches Bundesamt) der 16- bis 74-Jährigen in Deutschland haben zuletzt online nach Informationen zu Waren und Dienstleistungen gesucht, und 92 Prozent (Bayerisches Landesamt für Statistik) der bayerischen Unternehmen mit mindestens zehn tätigen Personen hatten 2025 eine eigene Webseite – ein amtlicher Landeswert, kein Bundeswert, aber ein guter Anhaltspunkt für die Größenordnung. Die Frage lautet damit nicht mehr, ob es eine Website gibt, sondern was sie an Anfragen einbringt.

In Deutschland ist Suche zudem fast gleichbedeutend mit einem einzigen Kanal. 88,49 Prozent (StatCounter) der gemessenen Suchanfragen entfielen im August 2026 auf Google, der zweitgrößte Anbieter kam auf 5,84 Prozent. Für einen lokalen Betrieb heißt das: Was in der Search Console steht, ist kein Ausschnitt des Suchmarktes, sondern nahezu der gesamte. Was hier fehlt, fehlt in der Regel auch an Anfragen. Wer die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung einmal sortiert hat, findet im Bericht die Kontrolle dazu.

Bevor Sie die erste Zahl bewerten, brauchen Sie zwei Termine im Kopf. 48 Stunden (Google) vergehen, bis erfasste Daten überhaupt in der Oberfläche erscheinen. Google selbst nennt darüber hinaus 2–3 Tage (Google) als üblichen Zeitraum, bis erhobene Daten vollständig verfügbar sind. Die letzten Punkte einer Kurve sind damit systematisch zu niedrig – nicht, weil etwas kaputt ist, sondern weil die Zählung noch läuft. Wer montags den Freitag bewertet, misst den Nachlauf und nicht die Wirklichkeit.

Der häufigste Fehlalarm

„Die Klicks sind eingebrochen“ ist an einem Montagmorgen fast immer eine Beobachtung der Datenverzögerung. Blenden Sie die letzten drei Tage jeder Auswertung aus, bevor Sie einen Trend behaupten. Ein Einbruch, der nach drei Tagen noch da ist, ist ein Einbruch. Alles davor ist eine Vermutung mit Zeitstempel.

Die vier Zahlen im Kopf des Berichts

Über dem Diagramm stehen vier Kacheln: Klicks, Impressionen, durchschnittliche Klickrate, durchschnittliche Position. Sie sehen aus wie vier gleichwertige Kennzahlen und sind es nicht. Zwei davon sind Zählungen, zwei sind Durchschnitte – und Durchschnitte lügen zuverlässig, sobald man sie über ungleiche Dinge bildet.

Eine Impression entsteht, wenn Ihre Seite in einem Suchergebnis erscheint, das der oder die Suchende zu sehen bekommt. Ein Klick ist der Aufruf daraus. Die Klickrate ist der Quotient beider Werte, die Position der über alle Suchanfragen gemittelte Ranglistenplatz. Eine Seite, die für ein wichtiges Wort auf Platz drei steht und für zwanzig unwichtige auf Platz sechzig, zeigt deshalb eine mittlere Position im zweistelligen Bereich – und sieht schlechter aus, als sie ist.

Aus diesem Grund liest man die vier Zahlen nicht einzeln, sondern paarweise. Position und Klickrate zusammen sagen, ob ein Text nachgeschärft werden muss oder ob schlicht die Sichtbarkeit fehlt. Impressionen und Klicks zusammen sagen, ob eine Seite wächst oder ob nur die Nachfrage schwankt. Alles andere ist Kaffeesatz. Die folgende Tabelle ordnet, was jede Zahl beantwortet und wo sie schweigt.

KennzahlBeantwortetBeantwortet nicht
ImpressionenWie oft Google Ihre Seite überhaupt für passend hieltOb jemand sie gesehen oder gelesen hat
KlicksWie oft aus Sichtbarkeit ein Seitenaufruf wurdeOb daraus eine Anfrage oder ein Auftrag entstand
KlickrateOb Titel und Beschreibung zur Suchabsicht passenOb die Zielseite hält, was das Ergebnis verspricht
PositionWo Sie im Mittel über alle Suchanfragen standenWo Sie bei der einen Suchanfrage stehen, die zählt

Ein zweiter Punkt betrifft jede Jahresauswertung: Die Leistungsdaten reichen 16 Monate (Google) zurück, danach fallen die ältesten Tage heraus. Wer im Frühjahr wissen will, wie das Weihnachtsgeschäft vor zwei Jahren lief, findet die Zahlen nicht mehr. Der Ausweg ist unspektakulär: einmal im Quartal exportieren und die Datei ablegen. Fünf Minuten Arbeit, die man ein Jahr später nicht nachholen kann.

Warum viele Impressionen keinen Klick bringen

Die häufigste Beobachtung in kleinen Konten lautet: Die Impressionen steigen, die Klicks bleiben stehen. Das fühlt sich nach einem Defekt an und ist meistens keiner. In Deutschland enden 62,1 Prozent (SparkToro) aller Google-Suchen ohne jeden Klick, gemessen an einem Klickstrom-Panel für Januar bis April 2026. Nur 37,9 Prozent (SparkToro) der Suchen führen überhaupt zu einem Klick – irgendwohin, nicht zwingend auf eine fremde Website. Wer also erwartet, dass jede Impression eine Chance auf einen Besuch ist, rechnet mit einer Grundgesamtheit, die es nicht gibt.

Die dritte Zahl aus derselben Auswertung macht die Rechnung greifbar: Von 1.000 Google-Suchen in Deutschland landen 287 je 1.000 Suchen (SparkToro) als Klick im offenen Web. Das ist die Obergrenze dessen, was sich überhaupt einsammeln lässt – für alle Websites zusammen, nicht für Ihre allein. Bemerkenswert ist dabei, dass Deutschland im Ländervergleich gut dasteht: Deutsche Suchende klicken mehr als 20 % höher (SparkToro) als britische. Klickraten aus englischsprachigen Studien lassen sich deshalb nicht eins zu eins auf einen Betrieb in Niedersachsen übertragen.

Wie sehr sich das Umfeld bewegt, zeigt der Blick über den Atlantik. In den USA endeten in den ersten vier Monaten 2026 68,01 Prozent (SparkToro) der Google-Suchen ohne Klick, während der Vergleichswert für 2024 bei 60,45 Prozent (SparkToro) lag – aus zwei nicht identischen Panels, worauf der Autor selbst hinweist. Die Zahl der Suchen mit mindestens einem Klick fiel im selben Zeitraum um −9,51 Punkte (−22,9 %) (SparkToro). Wenn Ihre Klicks bei gleichbleibenden Impressionen nachgeben, gibt es dafür also eine Erklärung außerhalb Ihrer Website.

Die eine Frage, die den Bericht rettet

Nicht „warum klickt niemand?“, sondern „für welche Suchanfrage wurde ich gezeigt, und wollte diese Person überhaupt zu mir?“. Eine Impression zu „was kostet eine Dachrinne“ ist kein verlorener Kunde. Eine Impression zu „dachdecker hildesheim notdienst“ ohne Klick dagegen schon.

Dazu kommt eine Verschiebung im Suchverhalten, die inzwischen auch für Deutschland belegt ist. 50 Prozent (Bitkom) der Internetnutzenden hierzulande nutzen zumindest manchmal den Chat mit einer KI statt der klassischen Suche; bei den 16- bis 29-Jährigen sind es zwei Drittel. Gleichzeitig suchen 47 Prozent (Bitkom) weiterhin ausschließlich klassisch. Der Leistungsbericht bildet damit nach wie vor den größten Teil der Nachfrage ab – aber eben nicht mehr die ganze.

Auch innerhalb der Suchergebnisseite verschiebt sich etwas. 24 Prozent (Bitkom) lesen häufig nur die vorgeschaltete KI-Zusammenfassung, ohne die Ergebnisse überhaupt anzusehen – ein zusätzlicher, benennbarer Grund für Impressionen ohne Klick. Gleichzeitig klicken 43 Prozent (Bitkom) trotz Zusammenfassung weiter auf die Suchergebnisse, um sich selbst ein Bild zu machen. Die Klickspalte verliert ihren Sinn also nicht, sie verliert an Volumen. Was das für die Sichtbarkeit eines lokalen Betriebs bedeutet, haben wir in einem eigenen Beitrag zu KI-Zusammenfassungen in der Suche auseinandergenommen.

Erst die Filter machen aus dem Bericht eine Aufgabe

Ohne Filter ist der Leistungsbericht ein Mittelwert über alles: Markensuchen nach Ihrem Firmennamen, Stellenanzeigen, zufällige Treffer aus dem Impressum und dazwischen die zwei Dutzend Suchanfragen, an denen Ihr Geschäft hängt. Drei Einstellungen trennen das Wichtige vom Rauschen, und alle drei sitzen in derselben Filterzeile.

Der erste Filter ist das Gerät. 50,89 Prozent (StatCounter) der Seitenaufrufe in Deutschland kamen im August 2026 vom Handy, 47,38 Prozent vom Rechner. Positionen und Klickraten unterscheiden sich zwischen beiden Ansichten deutlich, weil auf dem kleinen Bildschirm weniger Ergebnisse ohne Scrollen sichtbar sind. Eine Seite, die am Rechner ordentlich läuft und am Handy nicht, ist kein Rankingproblem, sondern ein Gestaltungsproblem – und gehört in die Nähe von mobiler Gestaltung statt in die Nähe von Suchbegriffen.

Der zweite Filter ist die Suchanfrage selbst. Schließen Sie Ihren Firmennamen aus, und die Zahlen fallen – das ist gewollt. Was übrig bleibt, ist die Nachfrage von Menschen, die Sie noch nicht kannten. Nur dieser Rest lässt sich durch Arbeit an der Website bewegen. Der dritte Filter ist die Seite: Wählen Sie eine einzelne Unterseite aus und sehen Sie nach, für welche Suchanfragen ausgerechnet diese Seite erscheint. Erstaunlich oft ist es nicht das Thema, für das sie geschrieben wurde.

Der dritte Blick lohnt bei Seiten, die es in jedem Betrieb gibt. 64 Prozent (Bayerisches Landesamt für Statistik) der bayerischen Unternehmen mit eigener Webseite schreiben dort offene Stellen aus; Stellenseiten erzeugen Impressionen und gelegentlich viele Klicks, haben mit dem Verkauf aber nichts zu tun. Umgekehrt bieten nur 27 Prozent (Bayerisches Landesamt für Statistik) der Unternehmen mit Webseite dort eine Bestellung, Reservierung oder Buchung an – bei allen anderen läuft der Abschluss über Anruf oder Formular und taucht in keiner Suchmaschinenstatistik auf. Deshalb endet die Auswertung nicht am Klick, sondern an der Anfrage auf der Seite.

  • Zeitraum auf 28 Tage stellen und die letzten drei Tage gedanklich abziehen.
  • Gerät auf „Mobil“ setzen und die Positionen mit der Rechneransicht vergleichen.
  • Suchanfragen mit dem eigenen Firmennamen ausschließen.
  • Karriere-, Impressums- und Datenschutzseiten aus der Seitenliste nehmen.
  • Die verbliebenen zwanzig Suchanfragen nach Absicht sortieren: informieren, vergleichen, beauftragen.
  • Nur die Zeilen mit Auftragsabsicht in die Aufgabenliste übernehmen.

Sechs Muster, die jeder Betrieb im Bericht findet

Wer den Bericht so gefiltert hat, sieht immer wieder dieselben Konstellationen. Jede verlangt eine andere Reaktion. Die folgenden sechs Fälle decken den größten Teil dessen ab, was in einem kleinen Konto vorkommt.

Gute Position, schwache Klickrate

Platz drei bis fünf, aber kaum Klicks: Das ist ein Textproblem im Ergebnis, kein Rankingproblem. Titel und Beschreibung versprechen etwas anderes, als gesucht wurde. Nur 67,7 Prozent (Web Almanac) der Seiten haben überhaupt eine Meta-Beschreibung – der Rest überlässt Google die Formulierung.

Viele Impressionen, schlechte Position

Sie erscheinen zu einem Thema, sind darin aber nicht ernst genug aufgestellt. Hier hilft kein neuer Titel, sondern eine eigene Seite mit ausreichend Substanz zu genau dieser Frage.

Ortsnamen ohne eigene Seite

Suchanfragen mit Nachbarorten, für die es keine passende Unterseite gibt. Das ist die klassische Lücke, die lokale Sichtbarkeit schließt – eine Seite je Ort, mit echtem Inhalt statt Namensliste.

Saisonale Ausschläge

Heizung im Oktober, Garten im April, Geschenke im November. Ohne Vorjahresvergleich sieht jeder Ausschlag nach Erfolg oder Absturz aus. Mit Vergleich ist er ein Muster, auf das man planen kann.

Eine Seite für zwei Themen

Dieselbe Unterseite erscheint für zwei unterschiedliche Suchabsichten und bedient beide halb. Trennen ist hier fast immer die bessere Antwort als Ergänzen.

Titel doppelt vergeben

Zwei Seiten mit fast gleichem Titel konkurrieren gegeneinander. Titel sind Grundausstattung – 98,6 Prozent (Web Almanac) der Seiten haben einen –, ein unterscheidbarer Titel ist es nicht.

Die beiden Vergleichswerte aus dem Web Almanac stammen aus einem Crawl über 16.213.084 Websites (Web Almanac) im Juli 2025 – keine Stichprobe aus einem Kundenstamm, sondern ein Querschnitt des offenen Webs. Das macht sie als Messlatte brauchbar: Wenn zwei Drittel aller Seiten eine Meta-Beschreibung haben, ist deren Fehlen auf Ihrer Seite kein Randthema, sondern ein Rückstand gegenüber dem Durchschnitt.

Der zweite Teil: Indexierung und Nutzerfreundlichkeit

Neben dem Leistungsbericht steht der Indexierungsbericht, und der wird in kleinen Konten fast durchgängig übersehen. Er beantwortet die Frage, die dem ganzen Rest vorausgeht: Ist Ihre Seite überhaupt aufgenommen? Eine Seite, die nicht im Index steht, erzeugt keine Impression, und keine Textarbeit der Welt ändert daran etwas.

Die häufigsten Ursachen sind technischer Natur und lassen sich in einer Stunde abräumen. Bei 13 Prozent (Web Almanac) der Websites liefert die robots.txt einen Fehler 404, während 85 Prozent (Web Almanac) einen gültigen Statuscode 200 zurückgeben – der nur sagt, dass die Datei erreichbar ist, nicht dass die Regeln darin richtig sind. 66,01 Prozent (Web Almanac) der Seiten setzen ein Canonical-Tag; fehlt es, tauchen dieselben Inhalte unter mehreren Adressen als Dubletten auf. Und rund 20,3 Prozent (Web Almanac) nutzen hreflang – die Angabe, die bei einer zweisprachigen Website doppelte Impressionen verhindert.

Der dritte Bericht betrifft die Nutzerfreundlichkeit und misst, wie Ihre Seiten bei echten Besuchern laden. Nur 48 Prozent (Web Almanac) der Seiten bestehen auf dem Handy alle drei Core Web Vitals. Der Engpass ist dabei fast durchgängig die Ladezeit: 62 Prozent (Web Almanac) der mobilen Seiten erreichen einen guten Wert für den größten Inhaltsbereich, während Layoutstabilität und Reaktionszeit deutlich besser dastehen. Wer hier rot sieht, findet die Reihenfolge der Maßnahmen in unserem Text zu Core Web Vitals und den Praxisschritten unter Ladezeit verbessern.

Ein letzter Punkt aus diesem Block betrifft die Darstellung im Ergebnis. 50 Prozent (Web Almanac) der Startseiten tragen strukturierte Daten, 43 Prozent (Web Almanac) aller Startseiten setzen dabei auf JSON-LD, das mit Abstand häufigste Format – die Grundlage dafür, dass Adresse, Öffnungszeiten und Bewertungen direkt im Suchergebnis erscheinen. Für einen lokalen Betrieb ist das der Unterschied zwischen einer nackten blauen Zeile und einem Ergebnis, das die Frage schon halb beantwortet. Wie das konkret aussieht, steht in unserem Beitrag zu strukturierten Daten; die Pflege der Einträge selbst gehört zum Unternehmensprofil.

Die Reihenfolge ist nicht beliebig

Erst Indexierung, dann Nutzerfreundlichkeit, dann Text. Wer an Titeln feilt, während zehn Seiten gar nicht im Index stehen, verbessert die Sichtbarkeit von Seiten, die niemand finden kann. Der Indexierungsbericht kostet fünf Minuten im Monat und verhindert wochenlange Arbeit an der falschen Stelle.

Was die Search Console nicht kann

Zu einem ehrlichen Umgang mit dem Werkzeug gehört, seine Grenzen zu kennen. Die wichtigste steckt in der Tabelle unter dem Diagramm: Sie zeigt höchstens 1.000 Zeilen (Google). Die Summe der sichtbaren Zeilen ist deshalb regelmäßig kleiner als der Wert im Diagramm darüber. Das ist kein Rechenfehler, sondern eine Anzeigegrenze – und der Grund, warum Betriebe mit vielen Suchanfragen den Eindruck bekommen, ihre Zahlen passten nicht zusammen.

Wer mehr braucht, geht über die Schnittstelle. Über die Search Console API lassen sich je Abfrage bis zu 25.000 Zeilen (Google) holen, das Fünfundzwanzigfache der Oberfläche. Das Kontingent ist dabei kein Engpass: Google erlaubt 1.200 QPM (Google) – Abfragen je Minute – gebündelt über alle Websites eines Nutzers, nicht je Property. Für einen Betrieb mit drei Websites ist das reichlich; für einen mit einer Website ist die Oberfläche in aller Regel ausreichend.

FrageSearch ConsoleAnderes Werkzeug nötig
Wonach wird gesucht?Ja, vollständig im Rahmen der Anzeigegrenzenicht enthalten
Wie viele Menschen haben angerufen?nicht enthalten Ja – Telefonnotiz oder Formularauswertung
Welcher Text auf der Seite überzeugt?nicht enthalten Ja – Besucherzähler oder Befragung
Ist die Seite im Index?Ja, mit Grund je Ausschlussnicht enthalten
Was kostet ein Klick?nicht enthalten Ja – Werbekonto

Und eine dritte Grenze, die selten benannt wird: Die Search Console kennt keine Aufträge. Sie endet am Klick. Ob aus dem Klick ein Anruf, ein Formular oder ein Termin wird, entscheidet die Seite dahinter. Deshalb ist die Auswertung nur die halbe Arbeit; die andere Hälfte steht in unserem Text darüber, wie man aus Besuchern Anfragen macht.

Ein Monatsritual von dreißig Minuten

Der praktische Wert entsteht durch Wiederholung, nicht durch Tiefe. Ein festes Ritual einmal im Monat, immer in derselben Reihenfolge, schlägt jede sporadische Sonderauswertung. Dreißig Minuten reichen, wenn die Schritte feststehen.

  1. Zeitraum auf die letzten 28 Tage stellen und den Vorzeitraum zum Vergleich einblenden.
  2. Die vier Kacheln notieren – vier Zahlen in eine Tabelle, mehr nicht.
  3. Markensuchen ausschließen und die Zahlen erneut notieren. Die Differenz ist Ihr Bekanntheitsanteil.
  4. Die zehn Suchanfragen mit den meisten Impressionen ansehen und je Zeile entscheiden: passend oder nicht.
  5. Alle Zeilen mit guter Position und schwacher Klickrate markieren – das ist die Textliste für den Monat.
  6. In den Indexierungsbericht wechseln und nur auf neue Ausschlussgründe achten.
  7. Eine einzige Aufgabe daraus in den Kalender schreiben. Nicht fünf.

Der letzte Punkt wird am häufigsten übergangen. Wer jeden Monat eine Seite überarbeitet, hat nach einem Jahr zwölf verbesserte Seiten und eine belastbare Zeitreihe dazu. Wer jeden Monat fünf Dinge anfängt, hat fünfzehn halbfertige Seiten und keine Ahnung, was gewirkt hat. Dieselbe Disziplin, die eine laufende Website-Betreuung ausmacht, gilt auch für die Zahlen.

Woran Sie merken, dass die Zahlen arbeiten

Nach drei Monaten Ritual ändert sich weniger im Bericht als im Gespräch darüber. Aus „wir sind schlecht bei Google“ wird „unsere Leistungsseite steht bei den Vergleichssuchen auf Platz sieben und wird zu selten geklickt“. Das ist der Gewinn: eine Sprache, in der sich entscheiden lässt. Ob daraus eine neue Unterseite, ein besserer Titel oder ein Umbau der Website wird, ist die zweite Frage.

Zwei Nachbarthemen tauchen dabei regelmäßig auf. Betriebe in der Gastronomie stellen fest, dass ihre Speisekarte Impressionen für Zutaten und Unverträglichkeiten erzeugt, an die niemand gedacht hatte – was für eine Speisekarte im Netz mit Allergenangaben spricht statt für ein PDF. Und wer einen Umzug der Adresse plant, sollte den Bericht vorher exportieren: Ein Domainumzug ohne Ausfall lässt sich nur dann sauber bewerten, wenn man den Zustand davor schwarz auf weiß hat.

Es bleibt dabei: Die Search Console ist ein Messgerät, kein Werkzeug. Sie sagt, wo etwas fehlt, nicht wie man es baut. Wie die Zahlen in eine planbare Suchmaschinenoptimierung übersetzt werden, ist danach eine Frage von Reihenfolge und Geduld.

Ein Bericht, der jeden Monat gelesen und nie in eine Aufgabe übersetzt wird, ist teurer als gar kein Bericht: Er kostet Zeit und erzeugt das Gefühl, etwas getan zu haben.

Aus der Projektarbeit mit lokalen Betrieben

Quellen und Studien

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Google Search Console-Hilfe und Search Console API (Datenverzögerung, 16-Monats-Fenster, Zeilengrenzen, Kontingente), StatCounter Global Stats (Suchmaschinen- und Geräteanteile Deutschland, August 2026), SparkToro (Zero-Click-Auswertungen 2026 auf Basis eines Klickstrom-Panels), Bitkom Research (Befragung von 1.156 Personen ab 16 Jahren, Herbst 2025), Statistisches Bundesamt (IKT-Erhebung private Haushalte 2025), Bayerisches Landesamt für Statistik (Erhebung „Nutzung von IKT in Unternehmen“ 2025, amtliche Landeswerte für Bayern) sowie Web Almanac 2025 des HTTP Archive (Crawl über 16.213.084 Websites, Juli 2025).

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