Die Speisekarte ist die meistgelesene Seite einer Gastronomie-Website und oft die am schlechtesten gepflegte. Sie liegt als abfotografiertes Blatt im Menü, das Datum stammt aus dem vorletzten Sommer, und wer wissen möchte, ob im Rahmgeschnetzelten Sellerie steckt, findet die Antwort nirgends. Dabei ist die Erwartung der Gäste eindeutig: 53 Prozent (Bitkom) sehen sich die Karte online an, bevor sie ein neues Lokal betreten. Und die rechtliche Lage ist es auch: Bei loser Ware, also bei jedem Teller aus der eigenen Küche, gehört die Angabe zu den 14 Allergengruppen zur Pflichtinformation (LMIV). Dieser Beitrag zeigt, wie eine Karte aussieht, die beides zusammenbringt: aktuell, auf dem Telefon lesbar und mit sauber ausgewiesenen Allergenen. Den größeren Rahmen dazu finden Sie auf unserer Seite zum Webdesign für Gastronomiebetriebe.
Das Wichtigste in Kürze
- Anhang II der Lebensmittelinformationsverordnung führt 14 Allergengruppen abschließend auf; Artikel 44 Absatz 1 Buchstabe a macht die Angabe auch für unverpackte Speisen verbindlich (LMIV).
- Die deutsche Durchführungsverordnung nennt elektronische Informationsangebote ausdrücklich als zulässigen Weg (LMIDV) - eine gepflegte Website trägt die Pflichtangabe, braucht daneben aber einen Hinweis im Betrieb, wie die Angaben bereitstehen.
- 53 Prozent der Gäste lesen die Karte vorab online (Bitkom), bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 65 Prozent; 50,89 Prozent aller Seitenaufrufe in Deutschland kommen vom Telefon (StatCounter).
- Eine Karte als PDF oder Foto ist weder durchsuchbar noch vorlesbar: 13 bis 14 Prozent aller Bilder im Netz haben kein alt-Attribut (Web Almanac 2025).
- Pflege schlägt Aufwand: Wer Preise, Zutaten und Kürzel an einer einzigen Stelle ändert und ein Datum darunter setzt, hält die Karte dauerhaft belastbar.
Was das Gesetz von der Karte verlangt
Die Grundlage ist europäisch. Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) verlangt in Artikel 44 Absatz 1 Buchstabe a, dass bei nicht vorverpackten Lebensmitteln die Angabe der allergenen Zutaten verpflichtend bleibt, auch wenn die übrigen Pflichtangaben für diese Waren entfallen. Für den Betrieb heißt das: Ein Teller aus der Küche braucht keine Nährwerttabelle, aber er braucht die Allergene. Wie diese Information in Deutschland bereitzustellen ist, regelt die Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung (LMIDV). Ihr § 4 Absatz 3 zählt die zulässigen Wege auf und nennt dabei wörtlich die Angabe „auf Speise- und Getränkekarten oder in Preisverzeichnissen". Die Karte ist damit nicht irgendein Ort für diese Angabe, sondern der vom Verordnungsgeber ausdrücklich vorgesehene.
Genauso ausdrücklich erlaubt dieselbe Vorschrift „sonstige schriftliche oder vom Lebensmittelunternehmer bereitgestellte elektronische Informationsangebote" (LMIDV). Eine Website ist damit kein Ersatzweg zweiter Klasse, sondern ein regulär vorgesehener. Das ist die eigentliche Nachricht dieses Absatzes: Der Betrieb, der seine Karte online sauber führt, erledigt eine Pflicht, die er sonst über Aushänge, Kladden und Zurufe abwickeln müsste. Zwei Anforderungen hängen allerdings daran, und beide sind Gestaltungsfragen. Die Information ist „gut sichtbar, deutlich und gut lesbar bereitzustellen", und der Gast muss „vor Kaufabschluss und vor Übergabe des Lebensmittels" davon Kenntnis nehmen können. Eine Karte, die erst nach dem Bestellvorgang auftaucht, erfüllt das nicht - und eine graue Schrift auf beigem Untergrund im Zweifel auch nicht. Ein Punkt kommt hinzu: Wer den elektronischen Weg wählt, muss nach § 4 Absatz 3 Satz 5 LMIDV am Lebensmittel oder per Aushang in der Verkaufsstätte darauf hinweisen, wie die Angaben bereitgestellt werden - die Website allein genügt dafür nicht. Und der elektronische Weg gilt nur, „sofern die Angaben für Endverbraucher und Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung unmittelbar und leicht zugänglich sind".
Welche Stoffe gemeint sind, ist keine Auslegungsfrage. Anhang II der LMIV führt die Gruppen abschließend auf, nummeriert von 1 bis 14; der letzte Eintrag lautet „Weichtiere und daraus gewonnene Erzeugnisse". Diese 14 Allergengruppen sind der komplette Pflichtumfang, nicht mehr und nicht weniger:
- Glutenhaltiges Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut) und daraus gewonnene Erzeugnisse
- Krebstiere und daraus gewonnene Erzeugnisse
- Eier und daraus gewonnene Erzeugnisse
- Fische und daraus gewonnene Erzeugnisse
- Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse
- Sojabohnen und daraus gewonnene Erzeugnisse
- Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse einschließlich Laktose
- Schalenfrüchte, also Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse, Pekannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamias
- Sellerie und daraus gewonnene Erzeugnisse
- Senf und daraus gewonnene Erzeugnisse
- Sesamsamen und daraus gewonnene Erzeugnisse
- Schwefeldioxid und Sulphite ab einer bestimmten Konzentration
- Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse
- Weichtiere und daraus gewonnene Erzeugnisse
Mündliche Auskunft entbindet nicht von der Aufzeichnung
Wer die Karte liest, bevor er kommt
Die Vorstellung, die Karte werde am Tisch aufgeschlagen, stimmt schon lange nicht mehr. 53 Prozent der Menschen in Deutschland schauen sich vor dem Besuch eines neuen Lokals in der Regel online die Speisekarte an (Bitkom); bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 65 Prozent. Die Zahlen stammen aus einer telefonischen Befragung von 1.005 Personen ab 16 Jahren (Bitkom), also aus einer Erhebung mit belastbarer Grundgesamtheit und nicht aus einer Umfrage unter Newsletter-Empfängern. Für den Betrieb verschiebt das den Ort der Entscheidung: Sie fällt nicht an der Tür, sondern zwanzig Minuten vorher auf einem Sofa, und sie fällt gegen jeden, dessen Karte in diesem Moment nicht auffindbar oder nicht lesbar ist.
Dazu kommt eine zweite Erwartung. 42 Prozent der Befragten würden die Speisekarte gern in jedem Lokal digital abrufen, etwa über einen QR-Code am Tisch (Bitkom). Wer den Code auf ein PDF zeigen lässt, das der Gast am Telefon zweifingrig vergrößern muss, hat diese Erwartung technisch erfüllt und praktisch verfehlt. Und für 30 Prozent sind Online-Bewertungen das wichtigste Kriterium bei der Wahl (Bitkom) - Bewertungen, die häufig genau die Punkte betreffen, die die Karte vorab hätte klären können: Preisniveau, Auswahl für Vegetarier, Umgang mit Unverträglichkeiten.
Das Gerät steht dabei fest. 50,89 Prozent der Seitenaufrufe in Deutschland entfielen im August 2026 auf Mobilgeräte (StatCounter), gegenüber 47,38 Prozent auf Schreibtischrechner. Die Karte wird also mehrheitlich auf einer Fläche gelesen, die schmaler ist als das Blatt, für das sie gesetzt wurde. Wie sich daraus konkrete Gestaltungsentscheidungen ableiten, haben wir in unserem Beitrag zu Mobile-First-Webdesign ausführlicher beschrieben.
Vor dem Besuch
Der Gast prüft Preisniveau, Auswahl und Unverträglichkeiten. Die Karte muss ohne Anmeldung, ohne Download und ohne Zoomen lesbar sein.
Am Tisch
Der QR-Code führt auf dieselbe Seite. Wer hier ein PDF ausliefert, zwingt den Gast in eine fremde Anzeige mit eigener Bedienlogik.
Nach der Änderung
Der Wochenwechsel oder die neue Karte im Frühjahr ist in Minuten eingepflegt - sonst wird sie es nicht, und die Karte veraltet still.
PDF, Foto oder HTML
Die häufigste Lösung ist die schlechteste: Die Karte wird in einem Textprogramm gesetzt, als PDF exportiert und verlinkt. Manchmal wird sie sogar abfotografiert und als Bild eingebunden. Beides sieht auf dem Schreibtischrechner ordentlich aus und bricht auf dem Telefon zusammen. Ein PDF wird nicht umbrochen, sondern skaliert; der Gast sieht eine Seite in Briefmarkengröße und beginnt zu wischen. Ein Foto ist für Vorlesesoftware gar nicht vorhanden - und 13 bis 14 Prozent aller Bilder im Netz haben nicht einmal ein alt-Attribut, weitere 30 Prozent tragen ein leeres (Web Almanac 2025).
Auch das Gewicht spricht dagegen. Die mittlere mobile Startseite wiegt inzwischen 2.362 KB, im Juli 2015 waren es 845 KB (Web Almanac 2025). Den größten Anteil daran haben Bilder mit 911 KB im Median. Unterseiten - und dort liegt die Speisekarte - sind zuletzt um 27,8 Prozent auf 1,8 MB gewachsen. Eine als Bild eingebundene Karte addiert genau in dieser Kategorie, und zwar bei jedem Aufruf und für jeden Gast, der gerade nicht im WLAN sitzt. Wer an dieser Stelle sparen will, findet die Hebel in unserem Beitrag zur Verbesserung der Ladezeit.
| Merkmal | Karte als PDF oder Foto | Karte als HTML-Seite |
|---|---|---|
| Lesbarkeit auf dem Telefon | Feste Seitenbreite, Zoomen und Wischen | Umbruch passt sich der Breite an |
| Vorlesesoftware | Bei Fotos ohne Alternativtext ohne Inhalt | Überschriften, Listen und Kürzel werden vorgelesen |
| Auffindbarkeit | Gericht taucht in der Trefferliste kaum auf | Jedes Gericht ist eigener, indexierbarer Text |
| Allergene | Fußnote im Bild, nicht durchsuchbar | Kürzel mit Erklärung, optional filterbar |
| Änderung eines Preises | Neu setzen, exportieren, hochladen | Ein Feld ändern, speichern, fertig |
| Datenmenge | Häufig mehrere Megabyte je Aufruf | Wenige Kilobyte Text plus Gestaltung |
Der Einwand aus der Praxis lautet meist: Das PDF sieht aus wie die gedruckte Karte. Das stimmt, ist aber kein Ziel. Die gedruckte Karte ist für ein Blatt Papier gesetzt, das der Gast in der Hand hält und in Ruhe von oben nach unten liest. Die Online-Karte wird zwischen Tür und Angel überflogen, meistens auf der Suche nach genau einer Information. Beide dürfen sich unterscheiden, solange die Inhalte identisch sind. Praktisch bewährt hat sich, das Druck-PDF als zusätzlichen Download anzubieten und die HTML-Karte als Hauptweg - nicht umgekehrt.
Lesbar heißt messbar
„Gut sichtbar, deutlich und gut lesbar" ist eine Formulierung aus der Verordnung, keine Geschmacksfrage. Für den Kontrast gibt es eine Norm mit harten Zahlen: Normaler Text braucht nach WCAG 2.2 ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5 zu 1 (W3C), großer Text mindestens 3 zu 1, wobei groß ab 18 Punkt beziehungsweise 14 Punkt fett beginnt. Das ist der Punkt, an dem viele Karten scheitern: Zarte Grautöne auf cremefarbenem Grund wirken auf dem Bildschirm des Gestalters edel und sind auf einem Telefon in der Mittagssonne unlesbar. Und das ist kein Einzelfall: Nur 31 Prozent der mobilen Seiten halten den Mindestkontrast überhaupt ein (Web Almanac 2025).
Die zweite Größe ist die Schrift selbst. Eine Speisekarte trägt viele kurze Zeilen, dicht gesetzt, oft mit Kürzeln und Preisen in einer eigenen Spalte. Was auf Papier bei 9 Punkt funktioniert, braucht auf dem Telefon 16 Pixel und einen Zeilenabstand, der die Zeilen auseinanderhält. Die dritte Größe sind die Tippziele: Wenn Allergene hinter einem Kürzel liegen, das man antippen kann, muss dieses Ziel groß genug sein, um es mit dem Daumen zu treffen. Ein hochgestelltes Zeichen von vier Pixel Kantenlänge ist dekorativ, aber nicht bedienbar. Wir haben die messbaren Kriterien dafür in unserem Beitrag zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz zusammengetragen.
Das BFSG betrifft die meisten Gastronomiebetriebe nicht direkt
- Kontrast der Kartentexte gegen den Hintergrund mindestens 4,5 zu 1, auch über Hintergrundbildern und Verläufen
- Grundschriftgröße 16 Pixel, Preise und Kürzel nicht kleiner als 14 Pixel
- Kürzel als abbr-Element mit ausgeschriebener Erklärung, nicht als bloße Hochstellung
- Tippziele für aufklappbare Erklärungen mindestens 24 mal 24 Pixel
- Karte ohne Zoomen lesbar bei 360 Pixel Anzeigebreite
- Datum der letzten Änderung sichtbar am Ende der Karte
Allergene sauber auszeichnen
In der Praxis haben sich drei Bauformen bewährt, und sie schließen einander nicht aus. Die erste ist die Kürzelspalte: Jedes Gericht trägt rechts eine kleine Reihe von Buchstaben, darunter steht die Legende. Das ist die Übertragung des gedruckten Blatts und funktioniert online gut, solange die Legende auf derselben Seite steht und nicht auf einer Unterseite. Die zweite Bauform ist die ausgeschriebene Zeile unter dem Gericht: „Enthält Milch, Eier, glutenhaltiges Getreide." Sie kostet Platz, ist dafür ohne Nachschlagen verständlich und wird von Vorlesesoftware vollständig ausgegeben. Die dritte ist der Filter: Der Gast wählt seine Unverträglichkeit, die Karte blendet aus, was nicht passt.
Technisch ist die Kürzelspalte am unauffälligsten und die sauberste Grundlage für alles Weitere. Entscheidend ist, dass das Kürzel im Markup mit seiner Bedeutung verbunden bleibt - dann liest die Vorlesesoftware „Glutenhaltiges Getreide" statt „A", und eine spätere Filterfunktion hat eine belastbare Datenbasis.
<li class="gericht">
<h3>Käsespätzle mit Röstzwiebeln</h3>
<p class="preis">14,50 Euro</p>
<p class="allergene">
Allergene:
<abbr title="Glutenhaltiges Getreide">A</abbr>,
<abbr title="Eier">C</abbr>,
<abbr title="Milch einschließlich Laktose">G</abbr>
</p>
</li>Der Filter ist die Kür, nicht die Pflicht. Er lohnt sich ab einer Karte mit etwa dreißig Positionen und setzt voraus, dass die Allergene je Gericht als Daten vorliegen und nicht als getippter Text. Wer das von vornherein so anlegt, kann später ohne Umbau filtern, sortieren und die Karte zusätzlich als strukturierte Daten ausliefern - was wiederum die Darstellung in der Trefferliste verbessert. Wie das technisch aussieht, steht in unserem Beitrag zu strukturierten Daten und Rich Snippets.
Ein Wort zur Sorgfalt: Die Kennzeichnung ist kein Formalismus. Nicht deklarierte Allergene gehören zu den häufigsten Rückrufgründen in Deutschland - etwa jeder neunte von 2.743 Rückrufen seit Bestehen des Portals lebensmittelwarnung.de betrifft sie (BVL), allein im ersten Halbjahr 2025 gab es 30 Rückrufmeldungen dieser Art. Und die amtliche Kontrolle ist kein seltenes Ereignis: In Berlin wurden 2024 bei 4.530 von 15.664 kontrollierten Betrieben Verstöße festgestellt (Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz Berlin), wobei die Art der Verstöße in dieser Statistik nicht aufgeschlüsselt wird.
Die Zahl der Betroffenen erklärt, warum die Vorschrift so streng gefasst ist. In Deutschland leben mehr als 23 Millionen Menschen mit einer allergischen Erkrankung (Deutscher Bundestag 2022); die Lebenszeitprävalenz ärztlich diagnostizierter Nahrungsmittelallergien bei Erwachsenen liegt bei 4,7 Prozent (Robert Koch-Institut 2016). Für diese Gäste ist die Karte kein Serviceelement, sondern die Grundlage einer Entscheidung. Wer sie sauber führt, gewinnt Gäste, die andernorts gar nicht erst bestellen.
Pflege: wer ändert was, und wie oft
Die technisch beste Karte veraltet, wenn niemand zuständig ist. Der häufigste Grund für eine Karte von 2023 auf der Website ist nicht Nachlässigkeit, sondern eine Zuständigkeitslücke: Der Betrieb ändert die gedruckte Karte, die Website hängt bei einem Dienstleister, und der Weg dorthin führt über eine E-Mail, die niemand gern schreibt. Die Lösung ist organisatorisch, nicht technisch. Die Karte gehört an eine Stelle, an der die Küche selbst ändern kann, mit einem Ablauf, der in fünf Minuten erledigt ist.
- Eine Person im Betrieb ist zuständig - meist die Küchenleitung, weil dort die Rezepturen liegen.
- Jede Rezepturänderung wird zuerst in der Zutatenliste festgehalten; die Allergenkürzel folgen daraus, nicht umgekehrt.
- Preis- und Kartenänderungen werden im selben Arbeitsschritt online eingepflegt wie im Druck.
- Die Karte trägt sichtbar ein Änderungsdatum; das ist zugleich der einfachste Selbsttest für die Pflege.
- Einmal im Quartal wird die Legende gegen die Zutatenliste gegengelesen, damit kein Kürzel verwaist.
- Saisonkarten bekommen dieselbe Adresse wie die Hauptkarte, damit gesetzte Links und QR-Codes gültig bleiben.
Der letzte Punkt wird regelmäßig unterschätzt. Ein QR-Code auf dem Tisch, ein Aushang im Schaufenster, ein Eintrag im Unternehmensprofil: Alle zeigen auf eine Adresse, die nach der nächsten Kartenumstellung noch stimmen muss. Wer stattdessen jede Saison eine neue Adresse anlegt, verteilt seine Sichtbarkeit auf viele halbtote Seiten und druckt Codes, die ins Leere führen. Dieselbe Logik gilt, wenn die Domain selbst wechselt; wie ein solcher Umzug ohne Ausfall abläuft, beschreibt unser Beitrag zum Umzug von Domain und E-Mail.
Eine Speisekarte ist kein Dokument, sondern ein Zustand. Sie ist genau so lange richtig, wie jemand sie beim nächsten Wechsel wieder anfasst.
Damit die Karte gefunden wird
Eine Karte, die niemand findet, erfüllt zwar die Informationspflicht, bringt aber keinen Gast. Drei Dinge entscheiden über die Auffindbarkeit. Erstens die Adresse: Die Karte gehört auf eine eigene, sprechende Seite und nicht in ein Aufklappelement auf der Startseite. Zweitens die Beschreibung: Die Zeile, die in der Trefferliste unter dem Titel steht, ist nur auf 67,2 Prozent der mobilen Seiten gesetzt - fast jeder dritten fehlt sie (Web Almanac 2025), obwohl Titel praktisch überall gesetzt sind. Drittens das Tempo: 62 Prozent der Websites liefern ihren größten Inhalt auf dem Telefon rechtzeitig aus (Web Almanac 2025), der Rest verliert Besucher, bevor die Karte überhaupt erscheint.
Dazu kommt der lokale Teil. Die Karte gehört als Verweis in das Unternehmensprofil, damit sie direkt aus der Kartenansicht heraus erreichbar ist; wie das Profil sonst gepflegt wird, steht in unserem Beitrag zum Unternehmensprofil. Ob die Seite anschließend tatsächlich gefunden wird, lässt sich messen statt vermuten - welche Kennzahlen dafür taugen und welche in die Irre führen, haben wir im Beitrag zum Lesen der Search-Console-Zahlen beschrieben.
Was die Ladezeit angeht, ist die Speisekarte ein dankbarer Fall: Sie besteht fast nur aus Text. Eine HTML-Karte mit dreißig Positionen und Legende liegt im Bereich weniger Kilobyte, während dasselbe als Bild schnell ein Megabyte kostet. Wer zusätzlich auf saubere technische Grundlagen achtet, findet die Schwellenwerte in unserem Beitrag zu den Core Web Vitals.
Was das kostet - und was es einspart
Die wirtschaftliche Lage im Gastgewerbe lässt keine Investition ohne Begründung zu. In Deutschland gab es zuletzt 202.110 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen im Gastgewerbe, 9,1 Prozent weniger als 2019 (DEHOGA), und der reale Umsatz lag 2025 noch 14,8 Prozent unter dem Vorkrisenjahr (DEHOGA). Eine Karte, die eine Agentur bei jeder Änderung anfassen muss, ist unter diesen Vorzeichen ein laufender Posten, den niemand braucht. Genau deshalb ist die Pflegefähigkeit das wichtigere Kriterium als das Aussehen: Was der Betrieb selbst ändern kann, kostet einmal Einrichtung und danach nichts.
Auf der Habenseite stehen drei Effekte, die sich schwer einzeln beziffern lassen, im Betrieb aber spürbar sind. Der Servicebetrieb wird entlastet, weil Rückfragen zu Zutaten seltener werden und die Antwort im Zweifel nachlesbar ist. Die Nachweislage verbessert sich, weil die Aufzeichnung zur Zutatenverwendung ohnehin geführt werden muss und mit der Online-Karte ein gepflegtes Dokument existiert. Und die Reichweite wächst, weil jedes Gericht als eigener Text auffindbar wird statt in einem Bild zu verschwinden. Wenn Sie einschätzen möchten, was das für Ihren Betrieb bedeutet, finden Sie die Leistungsübersicht unter Webdesign, die laufende Betreuung unter Wartung und Pflege und die Rahmenbedingungen unter Preise.
Für Betriebe in Hildesheim und Umgebung kommt ein regionaler Aspekt dazu: Wer nach „Restaurant Hildesheim" mit einer Unverträglichkeit im Hinterkopf sucht, entscheidet nach der Karte. Wie lokale Sichtbarkeit systematisch aufgebaut wird, beschreibt unser Beitrag zur lokalen Sichtbarkeit. Und wenn Sie den Zustand Ihrer aktuellen Karte einmal von außen beurteilt haben möchten, melden Sie sich über das Kontaktformular oder sehen Sie sich unsere Seite zum Webdesign für Gastronomiebetriebe an.
Quellen und Studien
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