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Online-Marketing & Anzeigen

Google Ads im Umkreis: Klicks von außerhalb vermeiden

Google Ads erreicht standardmäßig auch Menschen außerhalb Ihrer Region. So stellen Sie auf „Präsenz“ um, wählen Umkreis oder Ortsliste und lesen den Bericht.

21 Min. Lesezeit Google AdsStandort-TargetingLokale Werbung

Kurz und einfach erklärt

Google Ads zeigt Anzeigen nicht nur Menschen in Ihrer Gegend. Die Grundeinstellung erreicht auch Menschen, die sich nur für Ihre Gegend interessieren. Diese Menschen können weit weg sein.

Kommen Ihre Kunden aus der Nähe, wählen Sie die Option Präsenz. Dann sehen vor allem Menschen die Anzeige, die in der Gegend sind oder oft dort sind.

Sie können einen Kreis um Ihren Betrieb ziehen. Oder Sie wählen eine Liste mit Orten. Die Liste passt gut, wenn Ihr Gebiet keine runde Form hat.

Ein Bericht zeigt, wo die Klicks herkamen. Sehen Sie ihn vor und nach der Änderung an. Orte, in denen Sie nicht arbeiten, können Sie ausschließen.

Manchmal ist Interesse gut. Zum Beispiel bei Ferienwohnungen oder bei Menschen, die bald herziehen. Dafür legen Sie eine eigene Kampagne an.

Angenommen, ein Malerbetrieb aus Hildesheim schaltet Suchanzeigen für die Stadt und das Umland. Das Monatsbudget ist früh aufgebraucht, im Konto stehen ordentliche Klickzahlen, aber die Anrufe bleiben dünn – und wer genauer hinsieht, findet Klicks aus Orten, in denen der Betrieb gar nicht arbeitet. Ein möglicher Grund steckt in einer unscheinbaren Einstellung: Standardmäßig umfasst das geografische Targeting in Google Ads sowohl Menschen, die sich in der Zielregion aufhalten, als auch Menschen, die sich nur für diese Region interessieren (Google Ads-Hilfe). Die Voreinstellung heißt „Präsenz oder Interesse“, und Google empfiehlt sie ausdrücklich. Für Betriebe mit festem Einzugsgebiet passt dagegen meist die engere Option „Präsenz“. Dieser Beitrag zeigt, was beide Optionen bedeuten, wie Sie umstellen, wann ein Umkreis und wann eine Ortsliste das Einzugsgebiet besser abbildet, wie Sie im Standortbericht erkennen, woher die Klicks kamen, und in welchen Fällen das breitere Targeting begründet bleibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Google Ads richtet Anzeigen standardmäßig auf „Präsenz oder Interesse“ aus und erreicht damit auch Menschen, die sich woanders aufhalten und nur Interesse an Ihrer Region zeigen (Google Ads-Hilfe).
  • Für Betriebe mit festem Einzugsgebiet passt meist „Präsenz“: Anzeigen gehen an Menschen, die in der Zielregion sind oder sich regelmäßig dort aufhalten, etwa Pendler. Umgestellt wird je Kampagne in den Einstellungen unter Standorte.
  • Ein Umkreis muss mindestens 1 km (Google Ads-Hilfe) groß sein und passt zu Kundschaft rund um den Betrieb; eine Ortsliste aus Städten und Postleitzahlen bildet ein unregelmäßiges Einzugsgebiet genauer ab.
  • Der Standortbericht zeigt in der Ansicht „Passende Orte“, wo Anzeigen ausgeliefert wurden – am Aufenthaltsort oder an einem Ort von Interesse. Verglichen werden gleich lange Zeiträume vor und nach der Umstellung.
  • Ausschlüsse greifen standardmäßig nur bei Menschen im ausgeschlossenen Gebiet und haben bei Konflikten Vorrang. Ausnahmen mit Interesse – Zuzug, Ferienunterkünfte, Bildung – gehören in eine eigene Kampagne mit eigenem Budget.

Was die Voreinstellung in Google Ads bedeutet

Google Ads trennt beim Standort zwei Kriterien: den vermutlichen oder regelmäßigen Aufenthaltsort eines Menschen und die Orte, für die er sich interessiert (Google Ads-Hilfe). Die Option „Präsenz oder Interesse“ verbindet beide. Laut Google ist das die standardmäßige und empfohlene Einstellung: Sie erreicht Menschen, die sich vermutlich in der Zielregion befinden oder regelmäßig dort aufhalten, und zusätzlich Menschen, die Interesse an dieser Region gezeigt haben. Die Option „Präsenz“ beschränkt die Auslieferung auf die erste Gruppe. Wer die Voreinstellung bisher nicht angefasst hat, wirbt also auch bei Menschen, die gerade ganz woanders sind und vielleicht nur einmal nach dem Ortsnamen gesucht haben.

Woran Google den Aufenthaltsort erkennt, beschreibt die Hilfe recht genau: in der Regel an der IP-Adresse des Geräts, bei WLAN-Verbindungen an der Adresse des Netzwerks und bei mobilen Geräten je nach Standorteinstellungen auch über GPS, WLAN, Bluetooth oder die Funkzellen in der Umgebung (Google Ads-Hilfe). Interesse an einem Ort leitet Google unter anderem aus Begriffen in der Suchanfrage ab, aus früheren Suchanfragen und früheren Aufenthaltsorten, aus dem Inhalt einer Website, auf der eine Anzeige erscheint, aus Suchen in Google Maps und aus einem selbst festgelegten Standort für die Suchergebnisse. Für lokale Betriebe ist ein Satz besonders wichtig: Orte von Interesse sind weder auf das Land des Nutzers noch auf die genutzte Google-Domain beschränkt.

Dazu kommt ein weiterer Effekt. Ist eine Anzeige auf eine bestimmte Region ausgerichtet, kann Google sie auch potenziellen Kunden im Umkreis zeigen, etwa wenn die Bevölkerungsdichte zu gering ist oder die Daten für eine präzisere Ausrichtung nicht reichen (Google Ads-Hilfe). Google nennt als Beispiel eine Anzeige für das Stadtzentrum von Hamburg, die auch Nutzer in den Vororten erreicht. Grundsätzlich beruht die geografische Ausrichtung auf Signalen zu Einstellungen, Geräten und Verhalten, und Google weist selbst darauf hin, dass diese Signale variieren. Eine Kampagne auf „Präsenz“ kann den Anteil fremder Klicks senken, wegen dieser Signale aber nicht vollständig abräumen.

EinstellungWen sie erreichtWofür sie typischerweise passt
„Präsenz oder Interesse“ (Voreinstellung)Menschen in der Zielregion oder regelmäßig dort, dazu Menschen mit Interesse an der Region, auch wenn sie anderswo sindReisen, Immobilien, Bildung und Angebote für Menschen, die einen Ort von außen planen
„Präsenz“Menschen, die sich vermutlich gerade oder normalerweise in der Zielregion aufhaltenHandwerk, Praxen, Gastronomie, Läden und Lieferdienste mit festem Einzugsgebiet
Ausschluss „Präsenz“ (Standard bei Ausschlüssen)Schließt Menschen aus, die sich vermutlich im ausgeschlossenen Gebiet befindenOrte innerhalb der Zielregion, die der Betrieb nicht bedient

Die Ausrichtung nur nach Suchinteresse gibt es nicht mehr

Ältere Anleitungen nennen noch eine dritte Option, die nur auf Menschen mit Suchinteresse an der Zielregion ausrichtete (in der Schnittstelle SEARCH_INTEREST). Für Such-, Display- und Shopping-Kampagnen lässt sie sich nicht mehr festlegen; der Standardwert steht dort auf „Präsenz oder Interesse“ (Google Ads-Hilfe). Auch Ausschlüsse nach „Präsenz oder Interesse“ sind für diese Kampagnentypen nicht mehr möglich, der Standard für Ausschlüsse ist „Präsenz“. Wer eine Kampagne nach einer alten Checkliste einrichtet, findet die dort beschriebene Auswahl deshalb nicht mehr vor.

Für wen „Präsenz“ die passende Einstellung ist

Google selbst nennt zwei Fälle, in denen die Ausrichtung auf „Präsenz“ sinnvoller sein kann: Unternehmen aus sensiblen Branchen mit strengen Targeting-Einschränkungen und Werbetreibende, die nur Nutzer in bestimmten Regionen erreichen möchten und keine Menschen, die sich an anderen Orten befinden, aber am Angebot interessiert sind (Google Ads-Hilfe). Der zweite Fall beschreibt den typischen lokalen Betrieb. Eine Elektrikerin, die Aufträge im Raum Hildesheim annimmt, hat wenig von einem Klick aus Köln, nur weil dort jemand nach einem Elektriker in Hildesheim gesucht hat – es sei denn, diese Person zieht gerade um. Für Handwerksbetriebe, Praxen, Restaurants mit Lieferdienst, Fahrschulen oder Läden mit Abholung ist „Präsenz“ deshalb meist die naheliegende Wahl.

Der Preis dafür steht ebenfalls in der Hilfe: Bei den meisten Kampagnen sinkt die Zahl der Impressionen, wenn nicht die Standardoption verwendet wird (Google Ads-Hilfe). Für einen lokalen Betrieb ist das gewollt. Weniger Impressionen bei Menschen, die den Betrieb ohnehin nicht beauftragen können, bedeuten nicht weniger Anfragen, sondern weniger bezahlte Klicks ohne Aussicht auf einen Auftrag. Ob die Rechnung aufgeht, zeigt der Standortbericht. Wie die Standorteingrenzung neben Keywords und Conversion-Messung ins Budget einzahlt, beschreibt unser Beitrag zum Anzeigenbudget für lokale Betriebe.

„Präsenz“ heißt dabei nicht „wohnt in der Zielregion“. Google zählt auch Menschen, die sich regelmäßig dort aufhalten – und das sind in einer Pendlerregion viele. In Niedersachsen pendelten 2024 insgesamt etwa 2,48 Millionen Menschen über die Grenzen ihres Wohnorts zur Arbeit (Landesamt für Statistik Niedersachsen). Allein in die Landeshauptstadt Hannover pendelten 225.394 Personen (Landesamt für Statistik Niedersachsen). Wer in Hildesheim wohnt und in Hannover arbeitet, hält sich regelmäßig an beiden Orten auf. Eine Kampagne auf Hildesheim mit „Präsenz“ kann ihn deshalb auch erreichen, wenn er gerade an seinem Arbeitsplatz sucht, und umgekehrt erreicht sie Menschen aus dem Umland, die tagsüber in Hildesheim arbeiten.

Wie weit diese regelmäßigen Wege reichen, zeigt der Mikrozensus. Bei 29 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betrug der Arbeitsweg 10 bis unter 25 Kilometer, bei 15 Prozent lagen 25 bis unter 50 Kilometer zwischen Wohnort und Arbeitsplatz, und 5 Prozent hatten einen Arbeitsweg von 50 Kilometern oder mehr (Destatis). Die Werte stammen aus dem Erstergebnis für 2024 und gelten für abhängig Beschäftigte mit Angaben zum Arbeitsweg. Für die Kampagne heißt das: Auch mit „Präsenz“ kommen Klicks von Menschen, die außerhalb wohnen, aber in Ihrer Region arbeiten. Das ist kein Fehler der Einstellung, sondern kann genau die Kundschaft sein, die mittags oder nach Feierabend vorbeikommt.

Ob „Präsenz“ zu Ihrem Betrieb passt, lässt sich mit ein paar Prüffragen klären. Treffen die meisten zu, ist die engere Option die bessere Grundeinstellung:

  • Die Leistung wird vor Ort erbracht – beim Kunden, in der Praxis, im Laden oder in der Werkstatt.
  • Aufträge von außerhalb des Einzugsgebiets lehnen Sie ab oder nehmen sie nur mit Anfahrtsaufschlag an.
  • Ihre Kundschaft sucht kurzfristig, etwa bei einem Notdienst, einer Reparatur oder einem Termin in den nächsten Tagen.
  • Ein Kunde, der erst noch in die Region ziehen müsste, ist für Ihr Angebot die Ausnahme.

Die Standortoption umstellen

Die Einstellung gehört zur einzelnen Kampagne, nicht zum Konto. In der Programmierschnittstelle heißt das Feld Campaign.geo_target_type_setting (Google Ads-Hilfe). Wer mehrere Suchkampagnen betreibt, prüft deshalb jede einzeln. Die erweiterten Standortoptionen gelten für Anzeigen im Suchnetzwerk, im Displaynetzwerk und für Demand Gen-Kampagnen; für Hotelkampagnen verwendet Google ausschließlich „Präsenz“ (Google Ads-Hilfe). Wenn eine Agentur Ihre Kampagnen betreut, lassen Sie sich die aktuelle Einstellung je Kampagne nennen – die Antwort passt in einen Satz. In einer Suchkampagne gehen Sie so vor:

  1. Im Menü Kampagnen die Übersicht Kampagnen öffnen und die gewünschte Kampagne auswählen.
  2. In den Einstellungen der Kampagne den Bereich Standorte aufklappen und prüfen, welche Zielregionen und Ausschlüsse eingetragen sind.
  3. Die Standortoptionen öffnen. Für die Ausrichtung ist in der Voreinstellung „Präsenz oder Interesse“ markiert.
  4. Die Option für Nutzer wählen, die sich gerade oder regelmäßig in den Zielregionen aufhalten („Präsenz“).
  5. Beim Ausschluss die Standardeinstellung „Präsenz“ stehen lassen.
  6. Speichern und das Datum der Änderung notieren, damit der Vergleich im Bericht später einen festen Bezugspunkt hat.

Rückwirkend ändert die Umstellung nichts: Klicks, die vorher eingegangen sind, bleiben im Bericht stehen. Deshalb lohnt es, vor dem Speichern den Ausgangsstand festzuhalten – Zielregionen, Ausschlüsse, Standortoption, Budget und Gebotsstrategie. Ändern Sie in derselben Woche möglichst nichts anderes an der Kampagne, also weder Keywords noch Anzeigentexte noch das Budget. Sonst lässt sich später nicht sagen, welche Änderung welche Wirkung hatte.

Die eigene Anzeige nicht per Suche kontrollieren

Wer nach der Umstellung selbst bei Google sucht, um die eigene Anzeige zu sehen, erzeugt Impressionen und womöglich bezahlte Klicks, die die Auswertung verzerren. Google verweist für solche Kontrollen auf die Anzeigenvorschau- und ‑diagnose (Google Ads-Hilfe). Liegt der eigene Unternehmensstandort außerhalb der Zielregion, sehen Sie Ihre Anzeigen in der normalen Google-Suche ohnehin nicht.

Umkreis oder Ortsliste?

Für die Zielregion selbst gibt es zwei Wege. Beim Umkreis legen Sie einen Mittelpunkt fest, meist die Betriebsadresse, und einen Radius. Er muss mindestens 1 km betragen (Google Ads-Hilfe). Google nennt den Umkreis passend für Unternehmen, deren Einzugsgebiet auf einen bestimmten Umkreis beschränkt ist, und für lokale Unternehmen mit einem Kundenstamm im Umkreis. Die Ortsliste besteht aus Städten, Gemeinden oder Postleitzahlen; welche Ebenen zur Verfügung stehen, hängt vom Land ab, in Deutschland gehören Postleitzahlen dazu. Über die Massenbearbeitung lassen sich bis zu 1.000 geografische Ziele in einem Schritt hinzufügen (Google Ads-Hilfe).

Beide Wege haben Grenzen, die man kennen sollte. Ein sehr kleiner Umkreis oder eine sehr kleine Region kann dazu führen, dass Anzeigen nur gelegentlich oder gar nicht ausgeliefert werden, weil solche Gebiete die Kriterien für die Ausrichtung nicht erfüllen (Google Ads-Hilfe). Und ein Kreis ist ein Kreis: Er folgt weder der Leine noch der Autobahn noch der Frage, wohin Ihre Monteure tatsächlich fahren. Ein Beispiel aus der Region: Ein Kreis von 25 Kilometern um die Hildesheimer Innenstadt schließt Sarstedt, Bad Salzdetfurth, Elze und Alfeld ein, ebenso die Ortskerne von Laatzen und Sehnde, während das Zentrum von Hannover knapp außerhalb liegt. Ob das zum eigenen Einzugsgebiet passt, ist eine Geschäftsfrage, keine technische.

KriteriumUmkreisOrtsliste (Städte, Gemeinden, Postleitzahlen)
Form des GebietsKreis um einen Mittelpunkt, Radius mindestens 1 kmBeliebige Zusammenstellung, auch langgezogen oder mit Lücken
Passt zuLäden, Praxen und Gastronomie mit Kundschaft rund um den StandortHandwerk und Dienstleister mit festen Fahrgebieten, Lieferdienste
AuswertungDer Bericht zeigt die Orte, an denen ausgeliefert wurdeDer Bericht zeigt die Leistung je eingetragenem Ort, einzelne Orte lassen sich gezielt entfernen
PflegeEin Wert, schnell geändertMehr Einträge, dafür deckungsgleich mit Unternehmensprofil und Ortsseiten
Typisches RisikoDer Kreis schneidet Orte an, die Sie nicht bedienenNeue Orte fehlen, weil die Liste nicht nachgepflegt wird

Das Einzugsgebiet im Unternehmensprofil als Vorlage

Im Google-Unternehmensprofil legen Betriebe ohne festen Standort und Hybridunternehmen ihr Einzugsgebiet über Städte, Postleitzahlen oder andere Regionen fest. Zulässig sind maximal 20 Einzugsgebiete, und die Grenzen sollten nicht mehr als etwa zwei Autostunden vom Standort entfernt sein (Google Unternehmensprofil-Hilfe). Einen Radius kennt das Profil nicht. Wer die Kampagne als Ortsliste aus denselben Orten aufbaut, sagt Suchenden in Anzeige und Profil dasselbe. Wie das Profil gepflegt wird, zeigt unsere Seite zum Google-Unternehmensprofil.

Kern- und Randgebiet lassen sich auch getrennt steuern. Google schlägt vor, für Regionen mit besonders guter Leistung eigene Kampagnen anzulegen, um Gebote und Budgets gezielt zu erhöhen, und für Gebiete außerhalb eine separate Kampagne mit denselben Keywords, aber niedrigeren Geboten (Google Ads-Hilfe). Für einen Betrieb in Hildesheim kann das heißen: eine Kampagne für die Stadt und die direkten Nachbarorte, eine zweite für das weitere Umland. Zusätzlich empfiehlt Google standortspezifische Landingpages, damit Suchende aus einem Ort direkt auf der passenden Seite landen. Wie solche Seiten aufgebaut werden, ohne als Brückenseiten zu gelten, beschreibt unser Beitrag zu Standortseiten im Umland; die Orte, für die wir Seiten führen, stehen unter Regionen.

Den Standortbericht lesen

Ob Klicks von außerhalb kommen, zeigt der Bericht „Standorte“. Er lohnt sich, sobald Kampagnen mit festgelegter Ausrichtung eine Weile laufen, und kennt zwei Ansichten (Google Ads-Hilfe). Die Ansicht „Zielregionen“ zeigt die Leistung je eingetragenem Ziel, also je Ort aus Ihrer Liste oder je Umkreis. Die Ansicht „Passende Orte“ zeigt die Leistung für die Orte, an denen Ihre Anzeigen ausgeliefert wurden; das können Orte sein, an denen sich Menschen aufgehalten haben, oder Orte, für die sie Interesse gezeigt haben. Für die Frage nach fremden Klicks ist die zweite Ansicht die entscheidende, denn nur sie zeigt, wo die Auslieferung tatsächlich stattfand.

In der Spalte „Spezifischster Standort“ steht die genaueste verfügbare Angabe zum Ort, der für die Auslieferung verwendet wurde (Google Ads-Hilfe). Zeilen mit „Keine Angabe“ entstehen, wenn Google den Standort weder über die IP-Adresse ermitteln konnte noch die Suchanfrage einen Ort enthielt, oder wenn in Google Maps über ein großes Gebiet mit mehreren Städten gesucht wurde. Zwei weitere Hinweise aus der Hilfe verhindern Fehlschlüsse: Die Werte unterhalb der Länderebene ergeben in der Summe nicht unbedingt die Kampagnensumme, und die Zahlen weichen von Webanalyse-Werkzeugen ab, unter anderem weil Google ungültige Klicks herausfiltert und Orte von Interesse erkennt, die andere Quellen nicht erfassen.

Wer Standort-Assets nutzt, also die Adresse in der Anzeige zeigt, bekommt zusätzlich den Bericht „Entfernung“. Er ordnet die Leistung nach der Distanz zwischen dem Ort, der die Anzeige ausgelöst hat, und dem nächstgelegenen Betriebsstandort (Google Ads-Hilfe). Google erklärt dort auch, warum im Bericht Entfernungen auftauchen können, die größer sind als der eingestellte Radius: Gemessen wird unter Umständen ab einem Ort, für den sich jemand interessiert hat, nicht ab seinem Aufenthaltsort. Solche Zeilen sind unter „Präsenz oder Interesse“ ein deutlicher Hinweis auf eine Auslieferung nach Interesse.

Für Auswertungen über die Schnittstelle unterscheidet Google zwei Sichten. Die geografische Sicht weist Messwerte entweder für den tatsächlichen physischen Aufenthaltsort oder für einen Ort von Interesse aus und kennzeichnet das im Feld location_type mit LOCATION_OF_PRESENCE oder AREA_OF_INTEREST (Google Ads API). Die Sicht auf Nutzerstandorte meldet den physischen Aufenthaltsort und vermerkt, ob dieser Ort ausgerichtet war oder nicht (Google Ads API). Beide fassen auf Länderebene zusammen und liefern mehrere Zeilen je Land, sobald weitere Segmente dazukommen. Für ein monatliches Reporting lässt sich damit trennen, welcher Teil der Klicks aus der Präsenz stammt und welcher aus Interesse.

Für den Vorher-nachher-Vergleich in der Oberfläche reicht eine kurze Routine:

  1. Zwei gleich lange Zeiträume wählen: einen vor und einen nach dem Datum der Umstellung.
  2. In der Ansicht „Passende Orte“ nach Klicks sortieren und jeden Ort markieren, der außerhalb des Einzugsgebiets liegt.
  3. Für diese Orte Klicks, Kosten und Conversions zusammenzählen, getrennt für beide Zeiträume.
  4. Orte innerhalb des Gebiets mit vielen Klicks und ohne Anfragen gesondert notieren: Das ist eine Frage der Anzeige oder der Zielseite, nicht des Standorts – dazu mehr unter Conversion-Optimierung.
  5. Ergebnis und Datum in einer Notiz festhalten, damit die nächste Prüfung daran anschließt.

Ausschlüsse gezielt setzen

Ausschlüsse ergänzen die Zielregion, sie ersetzen die Standortoption nicht. Standardmäßig schließt Google nur Menschen aus, die sich vermutlich an den ausgeschlossenen Standorten befinden; Personen außerhalb davon erhalten die Anzeigen unter Umständen weiterhin (Google Ads-Hilfe). Ein Ausschluss von Köln hält also niemanden ab, der in Bremen nach einem Betrieb in Hildesheim sucht, solange die Ausrichtung auf „Präsenz oder Interesse“ steht. Genau dafür ist die Option „Präsenz“ bei der Ausrichtung da.

Sinnvoll sind Ausschlüsse innerhalb der Zielregion. Google nennt als typische Fälle Städte oder Regionen in einem größeren Gebiet, die nicht beliefert oder bedient werden, und Sonderangebote, die nicht überall gelten (Google Ads-Hilfe). Bei einem Konflikt gewinnt der Ausschluss: Wird ein Bundesland ausgeschlossen und eine Stadt darin ausgerichtet, ist die Stadt ausgeschlossen. Standorte, die gar nicht ausgerichtet sind, müssen nicht ausgeschlossen werden – mit einer Ausnahme, die Google selbst nennt: Kampagnen, die nach Interesse ausrichten und zugleich nach Aufenthaltsort ausschließen. Für Listen gilt: Bis zu 1.000 Standorte lassen sich in einem Schritt ausschließen, und die Zahl der Ausschlüsse darf die Zahl der ausgerichteten Standorte nicht überschreiten (Google Ads-Hilfe).

Ein Sonderfall sind Ausschlüsse von IP-Adressen. Pro Kampagne lassen sich bis zu 500 IP-Adressen ausschließen (Google Ads-Hilfe), etwa das eigene Firmennetz, damit Mitarbeitende beim Prüfen der Suchergebnisse keine Impressionen und Klicks auslösen. Für Regionen sind sie das falsche Werkzeug: Google rät ausdrücklich, Regionen über Standortausschlüsse auszuschließen und nicht über IP-Adressen. Für die Frage, wo Ihre Anzeigen erscheinen, bleiben damit drei Stellschrauben in fester Reihenfolge: zuerst die Standortoption, dann die Zielregion, zuletzt die Ausschlüsse.

Begründete Ausnahmen: wann Interesse zählt

Die Voreinstellung ist nicht ohne Grund die Empfehlung von Google. Laut Hilfe erzielten Werbetreibende aus den Branchen Reisen, Immobilien und Bildung, die von „Präsenz“ auf „Präsenz oder Interesse“ gewechselt haben, in Suchkampagnen mindestens 5 Prozent mehr Conversions (Google Ads-Hilfe, interne Google-Daten 2022). Die Angabe beruht auf internen, weltweiten Daten von Google aus dem Zeitraum vom 21. Mai bis 1. Juni 2022; sie ist keine unabhängige Erhebung und sagt über andere Branchen nichts. Sie passt aber zu einer einfachen Beobachtung: Bei manchen Angeboten ist die Kundschaft vor der Entscheidung gerade nicht am Ort.

Zuzug und Immobilien

Wer in die Region zieht, sucht Wohnung, Makler, Umzugshilfe oder Kita oft noch vom alten Wohnort aus. Innerhalb Deutschlands wurden 2024 insgesamt 1.004.000 Wanderungen über die Bundeslandgrenzen registriert (Destatis). Passende Seiten zeigt unser Bereich Webdesign für Immobilien.

Ferienunterkünfte und Gastgeber

Gäste planen und buchen von zu Hause aus. Die Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stiegen 2025 auf 413,7 Millionen (Destatis), gezählt in Betrieben ab zehn Schlafgelegenheiten, vorläufiges Ergebnis. Für Hotelkampagnen verwendet Google allerdings nur „Präsenz“.

Bildung und Kurse

Weiterbildungen, Prüfungsvorbereitung oder Sprachkurse ziehen Teilnehmende aus einem größeren Umkreis an, die den Kursort vorab recherchieren. Bildung gehört zu den drei Branchen, für die Google den Vorteil des breiten Targetings nennt.

Veranstaltungen und Ausflugsziele

Wer einen Ausflug, eine Feier oder einen Messebesuch plant, sucht vom Wohnort aus nach dem Zielort. Für Anbieter, deren Kundschaft zum Termin anreist, kann Interesse an der Region ein brauchbares Signal sein.

Wer eine solche Ausnahme hat, muss die Kernkampagne dafür nicht aufweichen. Übersichtlicher ist eine eigene Kampagne mit „Präsenz oder Interesse“, eigenem Budget und Anzeigentexten, die den Ort ausdrücklich nennen, damit Menschen von außerhalb sofort sehen, worum es geht. Die Kampagne für die Stammkundschaft bleibt auf „Präsenz“. So lassen sich beide Gruppen im Standortbericht getrennt beurteilen, und ein teurer Klick aus der Ferne verdrängt nicht das Budget für den Notdienst um die Ecke.

Ein Ortsname im Suchbegriff kann schon genügen

Orte von Interesse erkennt Google auch über die Suchanfrage selbst, unabhängig vom Land und von der genutzten Google-Domain. Die Hilfe nennt als Beispiel jemanden, der in Paris auf google.fr nach „los angeles taxi“ sucht; Los Angeles kann dann als Ort von Interesse gelten (Google Ads-Hilfe). Übertragen heißt das: Eine Suche nach „Maler Hildesheim“ aus Berlin kann unter der Voreinstellung eine Hildesheimer Kampagne auslösen. Für einen Malerbetrieb ist das in der Regel kein Auftrag, für einen Makler womöglich ein künftiger Kunde.

Die Wirkung der Umstellung prüfen

Eine Umstellung ohne Messung ist eine Vermutung. Bevor Sie die Option ändern, sichern Sie den Ausgangsstand. Danach ändern Sie nur die Standortoption und nicht gleichzeitig Keywords oder Anzeigen, sonst lässt sich die Wirkung nicht zuordnen. Wie lange Sie messen, hängt von der Zahl der Klicks ab: Eine Kampagne mit wenigen Klicks pro Woche braucht deutlich länger als eine mit vielen, bis ein Unterschied mehr ist als Zufall. Eine feste Frist, nach der das Ergebnis feststeht, gibt es nicht.

  1. Ausgangsstand sichern: die Ansicht „Passende Orte“ für den Zeitraum vor der Umstellung exportieren.
  2. Nur die Standortoption ändern und das Datum notieren.
  3. Nach einem gleich langen Zeitraum dieselbe Ansicht erneut exportieren.
  4. Klicks und Kosten aus Orten außerhalb des Einzugsgebiets vergleichen, ebenso Anfragen und Anrufe aus dem Gebiet.
  5. Bleiben Orte außerhalb sichtbar, Bericht „Entfernung“ und Ausschlüsse prüfen; gehen Anfragen spürbar zurück, eine eigene Kampagne für die begründete Ausnahme erwägen.

Diese Prüfung ersetzt keine Auswertung der Anfragen selbst. Wer Anrufe und Formulare als Conversions erfasst, sieht, ob nach der Umstellung weniger Geld pro Anfrage ausgegeben wird – darum geht es am Ende. Warum Anzeigen und organische Suche sich dabei ergänzen, beschreibt unser Beitrag Google Ads oder SEO; welche Zahlen die Search Console für die organische Seite liefert, steht im Beitrag zu den Search-Console-Zahlen.

Bezahlt wird der Klick, nicht die Postleitzahl: Wer die Standortoption nicht prüft, finanziert Reichweite außerhalb des eigenen Einzugsgebiets.

Internetagentur Hildesheim

Die Standortoption gehört zu den wenigen Einstellungen, die sich in Minuten ändern lassen und deren Wirkung im Bericht sichtbar wird. Wir richten Google-Ads-Kampagnen für Betriebe aus Hildesheim und dem Umland so ein, dass Zielregion, Standortoption, Unternehmensprofil und Ortsseiten zusammenpassen, und gehen den Standortbericht regelmäßig mit Ihnen durch. Für die organische Suche ergänzt Local SEO die Anzeigen. Wer zuerst wissen möchte, wie die eigene Kampagne heute eingestellt ist, schreibt uns über das Kontaktformular.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Google Ads-Hilfe (Erweiterte Standortoptionen, Targeting auf Standorte, Geografische Ausrichtung, Anzeigen für bestimmte Standorte ausschließen, IP-Adressen ausschließen, Geografisches Targeting optimieren, Geografische Leistung messen), Google Ads API (Dokumentation zu geographic_view und user_location_view, Version v26), Google Unternehmensprofil-Hilfe (Einzugsgebiete verwalten), Landesamt für Statistik Niedersachsen (Pressemitteilung zur Pendlerrechnung 2024 vom 23. Oktober 2025) und Destatis (Pressemitteilungen zu Arbeitswegen vom 26. Mai 2025, zu Wanderungen vom 24. Juni 2025 und zum Tourismus vom 11. Februar 2026). Bezeichnungen in der Google-Ads-Oberfläche können sich ändern; maßgeblich ist der Stand beim Abruf im Oktober 2026.

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