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Webdesign & Conversion

Website-Relaunch planen: Go-live in der ruhigen Saison

Google rät, einen Website-Umzug in eine schwache Phase zu legen. So finden Sie Ihre ruhige Saison, rechnen den Relaunch rückwärts und setzen Messpunkte.

21 Min. Lesezeit Website-RelaunchZeitplanSaison

Kurz und einfach erklärt

Nach dem Start einer neuen Website kann sie einige Wochen lang schlechter gefunden werden. Das ist normal. Darum soll der Start in eine ruhige Zeit fallen.

Jeder Betrieb hat eine andere ruhige Zeit. Bei Bau und Garten ist es oft der Winter. Im Handel ist es die Zeit nach Weihnachten. Bei Heizungsfirmen ist es eher der Sommer.

Planen Sie vom Start aus zurück. Erst kommt der Plan. Dann kommen Texte und Fotos. Dann wird alles getestet. Ändern Sie nicht alles auf einmal.

Alte Adressen sollen auf die neuen Seiten führen. Das nennt man Umleitung. Die Umleitungen sollen mindestens ein Jahr bleiben.

Schreiben Sie vor dem Start auf, wie viele Besuche und Anfragen Sie haben. Nach dem Start vergleichen Sie mit dem gleichen Monat im letzten Jahr.

Ein Garten- und Landschaftsbauer aus dem Hildesheimer Land, der im April eine neue Website online stellt, erlebt die ersten Wochen nach dem Umschalten genau dann, wenn das Telefon am häufigsten klingeln sollte. Fällt in dieser Zeit eine Seite aus dem Suchindex, läuft ein Kontaktformular ins Leere oder führt eine alte Adresse auf eine Fehlerseite, fehlen Anfragen mitten in der Saison. Google rät deshalb in seiner Dokumentation zum Website-Umzug, die Umstellung in eine Phase mit wenig Traffic zu legen: Ist der Traffic saisonal oder an bestimmten Wochentagen schwächer, sollte die Verschiebung in einen solchen Zeitraum fallen (Google Search Central). Für viele Betriebe aus Handwerk, Galabau und Handel heißt das: im November planen, im Januar oder Februar live gehen und vor dem Frühjahr nachmessen. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie Ihre eigene ruhige Phase finden, den Zeitplan vom Go-live-Termin aus rückwärts rechnen, Änderungen nacheinander statt gleichzeitig einplanen und Messpunkte festlegen, bevor die neue Seite online geht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Google empfiehlt, einen Website-Umzug in eine Phase mit saisonal oder an bestimmten Wochentagen schwachem Traffic zu legen. Fehler wirken dann weniger stark, und der Server hat Reserven für das verstärkte Crawlen (Google Search Central).
  • Die ruhige Saison hängt von der Branche ab: Bau, Dachdecker und Galabau haben die Schlechtwetterzeit vom 1. Dezember bis 31. März (§ 101 SGB III), der Einzelhandel erzielt 18,5 Prozent seines Jahresumsatzes im November und Dezember (HDE).
  • Ein Relaunch-Zeitplan wird vom Go-live rückwärts gerechnet: für einen Start im Februar November Konzept und Adressinventur, Dezember Inhalte, Januar Test, März Nachmessen. Domain, System und Layout werden nacheinander umgestellt.
  • Weiterleitungen von alten auf neue Adressen bleiben mindestens ein Jahr bestehen (Google Search Central). Ketten werden vermieden, im Idealfall sind es bis zu 3 und höchstens 4 Weiterleitungen hintereinander.
  • Messpunkte stehen vor dem Go-live fest: Die Search Console speichert die Daten der letzten 16 Monate (Google-Hilfe), verglichen wird mit dem Vorjahresmonat. Der Core-Web-Vitals-Bericht wertet die letzten 28 Tage aus (Search Console-Hilfe).

Warum der Zeitpunkt über den Relaunch mitentscheidet

Ein Relaunch mit neuen Adressen ist aus Sicht von Google ein Website-Umzug. Jede alte URL muss auf eine neue zeigen, und der Googlebot muss alte und neue Adresse mindestens einmal abrufen, bevor die Verschiebung für diese Seite verarbeitet ist; Google beschreibt die Migration deshalb als einen Vorgang „URL für URL“. Für die Wahl des Termins nennt die Dokumentation zwei Gründe, eine schwache Phase zu nutzen: Eventuell auftretende Fehler wirken sich weniger stark aus, und der Server kann den Googlebot beim erneuten Crawlen mit mehr Rechenleistung unterstützen (Google Search Central). Beides trifft kleine Betriebe stärker als große. Wer nur eine Handvoll Seiten hat, die Anfragen bringen, merkt den Ausfall einer einzigen davon sofort im Auftragsbuch.

Dazu kommt die Zeit, die Google für die Umstellung braucht. Bei einer kleinen bis mittelgroßen Website dauert es nach Googles Angaben im Allgemeinen einige Wochen (Google Search Central), bis die meisten Seiten migriert sind, und die Sichtbarkeit in der Suche kann in dieser Phase vorübergehend schwanken. Diese Wochen sind keine Panne, sondern der normale Ablauf. Entscheidend ist, in welchen Monat sie fallen: Schwankt die Sichtbarkeit im Januar, bemerkt das kaum ein Kunde. Schwankt sie im April, fehlen genau die Anfragen, für die die neue Website gebaut wurde.

Ob sich ein Relaunch überhaupt lohnt, behandelt unser Beitrag Website-Relaunch: Wann er sich wirklich lohnt. Hier geht es um die Frage danach: Wenn die Entscheidung gefallen ist, wann geht die neue Seite live, und was muss bis dahin in welcher Reihenfolge erledigt sein? Gemeint ist der Relaunch einer Website, die bereits gefunden wird und Anfragen bringt. Bei einer ganz neuen Website ohne bestehende Sichtbarkeit entfällt das Umzugsrisiko, der Bezug zur Saison bleibt trotzdem: Auch eine neue Seite braucht Zeit, bis sie gefunden wird.

Relaunch mit oder ohne neue Adressen

Google unterscheidet zwei Fälle. Ändern sich die Adressen der Seiten, etwa durch neue Pfade, einen Wechsel von HTTP auf HTTPS oder eine neue Domain, gilt die Anleitung für Websiteverschiebungen mit URL-Änderungen. Bleiben alle Adressen gleich und wechselt nur das Hosting oder die Technik dahinter, gilt eine eigene, kürzere Anleitung. Viele Relaunches lokaler Betriebe ändern die Adressen, weil das neue System andere Pfade erzeugt. Das gehört vor die Terminplanung geklärt, denn davon hängt ab, ob eine Weiterleitungsliste nötig ist und wie viel Vorlauf sie braucht.

Die eigene ruhige Saison finden

„Im Winter ist es ruhig“ stimmt für viele Betriebe, aber nicht für alle. Welcher Monat sich für den Go-live eignet, hängt davon ab, wann Ihre Kundschaft sucht und anfragt. Vier typische Muster zeigen, wie verschieden das ausfällt; die Anhaltspunkte stammen aus amtlicher Statistik, Gesetzestext und Verbandsangaben.

BrancheWann die Nachfrage hoch istTypisches Go-live-FensterAnhaltspunkt laut Quelle
Bau, Dachdecker, Garten- und LandschaftsbauFrühjahr bis HerbstJanuar und FebruarSchlechtwetterzeit vom 1. Dezember bis 31. März (§ 101 SGB III)
EinzelhandelNovember und DezemberJanuar und Februar18,5 Prozent des Jahresumsatzes in den letzten beiden Monaten des Jahres (HDE)
Beherbergung und AusflugsgastronomieSommermonateJanuar, bei starkem Weihnachtsgeschäft eher November25,5 Millionen Übernachtungen im Januar 2026, 58,4 Millionen im Juli 2026 (Destatis)
Heizung, Sanitär, KlimaHeizperiodeSommerHeizperiode üblicherweise vom 1. Oktober bis 30. April (co2online)

Für das Bauhandwerk kennt sogar das Gesetz eine feste Schlechtwetterzeit. Das Sozialgesetzbuch III bestimmt die Zeit vom 1. Dezember bis zum 31. März als Schlechtwetterzeit, in der Beschäftigte unter den dort genannten Voraussetzungen Anspruch auf Saison-Kurzarbeitergeld haben (§ 101 SGB III). Welche Betriebe dazugehören, regelt die Baubetriebe-Verordnung: neben dem Bauhauptgewerbe ausdrücklich auch Gerüstbauer, Dachdecker und Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus. Für einen Galabau-Betrieb liegt das Go-live-Fenster damit meist im Januar oder Februar. Im März kommen die ersten Anfragen für die Saison, bis dahin sollte die Umstellung verdaut sein. Wie Sie Saisonseiten rechtzeitig vor dem Höhepunkt sichtbar machen, beschreibt der Beitrag Saisonseiten: sichtbar sein, bevor die Saison startet.

Im Einzelhandel liegt die Hochsaison am Jahresende. Nach Angaben des Handelsverbands Deutschland erzielt der Einzelhandel 18,5 Prozent seines Jahresumsatzes in den letzten beiden Monaten des Jahres (HDE). Ein Relaunch im November oder Dezember setzt ausgerechnet die Seiten aufs Spiel, die das Weihnachtsgeschäft tragen: Öffnungszeiten, Aktionen, Gutscheine und Abholangebote. Das ruhigere Fenster folgt direkt danach, im Januar und Februar, mit Abstand zum Ostergeschäft. Was im Herbst stattdessen auf der bestehenden Seite zu tun ist, steht im Beitrag Weihnachtsgeschäft: die Website im Herbst vorbereiten.

Im Gastgewerbe zeigt die amtliche Statistik, wie stark die Saison schwankt. Im Januar 2026 verbuchten die Beherbergungsbetriebe in Deutschland 25,5 Millionen Übernachtungen (Destatis), im Juli 2026 waren es 58,4 Millionen (Destatis), also mehr als doppelt so viele. Erfasst sind Betriebe ab zehn Schlafgelegenheiten, beide Werte sind vorläufig. Für Pensionen, Ferienwohnungen und Ausflugsgastronomie liegt das Fenster deshalb im Januar. Für ein Restaurant mit starkem Weihnachtsgeschäft scheidet der Dezember aus, dort kann der November die bessere Wahl sein. Was eine Gastronomie-Website vor der Saison braucht, zeigt unsere Seite Webdesign für Gastronomie.

Es gibt auch das umgekehrte Muster. Für Heizungsbauer liegt der Winter mitten in der Hochsaison, denn die Heizperiode beginnt in Deutschland üblicherweise am 1. Oktober und endet am 30. April (co2online). Fällt in dieser Zeit eine Heizung aus, sucht der Kunde sofort und oft mit dem Smartphone. Ein Relaunch passt hier in den Sommer, wenn Wartungsaufträge und Planungen für neue Anlagen den Kalender füllen, aber weniger dringende Anfragen über die Website kommen.

Am verlässlichsten sind die eigenen Zahlen. Die Search Console speichert die Daten der letzten 16 Monate (Google-Hilfe). Das reicht, um im Leistungsbericht für ein volles Jahr abzulesen, in welchen Monaten Ihre Seite die wenigsten Klicks hatte, und um diesen Wert später mit dem Vorjahresmonat zu vergleichen. Daneben gehört die eigene Anfragenliste: Wann kamen Anrufe, Formulare und E-Mails herein? Google nennt neben saisonalen Tiefs auch schwache Wochentage; ob Ihr ruhiger Tag der Montag oder der Sonntag ist, zeigt die Tagesansicht des Berichts. Wie Sie ihn lesen, erklärt der Beitrag Google Search Console lesen: welche Zahlen wirklich zählen.

Den Zeitplan rückwärts rechnen

Ein Relaunch-Zeitplan beginnt am Ende. Zuerst steht der Go-live-Termin fest, dann wird zurückgerechnet, was bis dahin fertig sein muss. Wer vorwärts plant und sagt „ab November fangen wir an“, landet mit dem Umschalten erfahrungsgemäß im März oder April, also im ungünstigsten Moment. Für einen Betrieb mit Frühjahrssaison und Go-live im Februar sieht ein typischer Plan so aus:

MonatArbeitspaketErgebnis am Monatsende
NovemberZiele, Seitenstruktur, Inventur aller alten Adressen, Ausgangswerte festhaltenFreigegebenes Konzept, Liste der alten URLs, Messpunkte
DezemberTexte, Fotos, Leistungsseiten, Weiterleitungsliste von alt auf neuInhalte vollständig, jede alte Adresse hat ein Ziel
JanuarAufbau auf der gesperrten Vorschau, Tests von Formularen, Weiterleitungen und MobilansichtAbnahme mit dem Betrieb, Termin bestätigt
FebruarGo-live an einem ruhigen Wochentag, neue Sitemap einreichen, erste KontrollenNeue Seite online, Weiterleitungen aktiv
MärzNachmessen gegen den Vorjahresmonat, Lücken schließenStabile Seite vor dem Saisonstart

Der Dezember ist der knappste Monat im Plan. Feiertage, Betriebsferien und Jahresabschluss fallen zusammen, und gerade die Inhalte hängen am Betrieb selbst: Nur Sie wissen, welche Leistungen heute wirklich angeboten werden, welche Fotos aktuell sind und welche Referenzen gezeigt werden dürfen. In unseren Projekten sind fehlende Texte und Bilder häufiger der Grund für einen verschobenen Go-live als die Technik. Betriebsferien gehören deshalb in den Plan, und zwar zweimal: in den Projektkalender und in das Google-Profil, wie der Beitrag Betriebsferien im Google-Profil: Sonderzeiten richtig setzen zeigt.

Liegt Ihre Hochsaison anders, verschiebt sich der Plan als Ganzes. Ein Heizungsbauer mit Go-live im Juli beginnt im April mit dem Konzept, ein Ferienbetrieb mit Go-live im Januar startet im Oktober. Die Abfolge bleibt dieselbe: Konzept, Inhalte, Aufbau und Test, danach Beobachtung vor der Saison. Kleine Seiten mit wenigen Unterseiten kommen schneller durch, gewachsene Seiten mit vielen Leistungs- und Ortsseiten brauchen mehr Zeit für die Adressliste und die Tests.

Den spätesten Termin gleich mitplanen

Legen Sie neben dem Wunschtermin auch den spätesten vertretbaren Go-live fest, für einen Galabau-Betrieb etwa Ende Februar. Ist dieser Termin nicht zu halten, wird der Relaunch auf das nächste ruhige Fenster verschoben, statt in die Saison zu rutschen. Die alte Seite bleibt bis dahin online und wird weiter gepflegt. Eine Entscheidung im Voraus erspart die Diskussion unter Zeitdruck.

Nacheinander statt gleichzeitig umstellen

Viele Relaunches bündeln alles: neuer Firmenname, neue Domain, neues Redaktionssystem, neues Design. Google rät ausdrücklich davon ab, das in einem Schritt zu tun, und formuliert es knapp: Änderungen an der Website nacheinander vornehmen (Google Search Central). Wer Domain, Content-Management-System und Layout ändern möchte, verschiebt nach Googles Beispiel zuerst die Website zur neuen Domain und ändert danach das Layout. Der Grund ist praktisch: Sinkt die Sichtbarkeit nach einer kombinierten Umstellung, lässt sich nicht mehr sagen, welcher der Schritte die Ursache war.

Für einen lokalen Betrieb heißt das meist: Steht ein Domainwechsel an, etwa nach einer Umfirmierung, wird er als eigener Schritt geplant, mit eigener Weiterleitung und eigener Kontrolle. Das neue Design folgt danach, idealerweise im nächsten ruhigen Fenster. Bleibt die Domain, ist die wirksamste Vereinfachung, die bisherigen Adressen im neuen System beizubehalten, wo sie sinnvoll sind. Jede Adresse, die gleich bleibt, braucht keine Weiterleitung und kann nicht falsch weitergeleitet werden.

Wechselt die Domain, reichen Sie in der Search Console zusätzlich eine Adressänderung ein. Das Tool leitet Signale der alten an die neue Website weiter und setzt das nach Beginn der Migration 180 Tage lang fort (Search Console-Hilfe). Die Search Console-Hilfe empfiehlt außerdem, die Zahlungen für die alte Domain mindestens ein Jahr lang fortzuführen (Search Console-Hilfe), damit Dritte sie nicht für schädliche Zwecke kaufen und nutzen. Wie Sie Website und Postfach getrennt umziehen, zeigt der Beitrag Domain und E-Mail umziehen, ohne dass Post verlorengeht.

  1. Hosting oder Server wechseln, ohne dass sich Adressen ändern, falls ein Wechsel ansteht.
  2. Domain wechseln, mit Weiterleitung jeder alten Adresse und Adressänderung in der Search Console.
  3. Redaktionssystem wechseln und dabei so viele bisherige Pfade wie möglich übernehmen.
  4. Layout, Struktur und Inhalte erneuern, mit einer Weiterleitung für jede geänderte Adresse.

Diese Reihenfolge hat sich in unseren Projekten bewährt, wenn mehrere Änderungen anstehen. Zwischen zwei Schritten liegt jeweils eine Beobachtungsphase, bis die Search Console wieder stabile Werte zeigt. Nicht jeder Betrieb braucht alle vier Schritte; wer nur das Design erneuert und Domain wie System behält, hat einen einzigen Umzug und damit einen einzigen Termin, der in die ruhige Phase gehört.

Die Weiterleitungsliste: kurz erklärt, vollständig geführt

Die Technik der Weiterleitung ist schnell erklärt, die Arbeit steckt in der Liste. Jede alte Adresse, die Besucher, Verweise oder Sichtbarkeit hat, bekommt ein passendes neues Ziel. Google empfiehlt serverseitige, dauerhafte Weiterleitungen wie 301 oder 308. Wie wir das technisch umsetzen, beschreibt unsere Leistungsseite zum Website-Relaunch; für die Zeitplanung zählt vor allem, woher die Liste kommt und wie lange sie gilt.

Hier hat die Saison einen zweiten, oft übersehenen Einfluss. Google rät, für die Suche nach alten Adressen die Serverprotokolle über einen sinnvollen Zeitraum auszuwerten und dabei saisonale Schwankungen beim Traffic zu berücksichtigen. Wer seine Adressliste im Dezember aus den Zugriffen der letzten Wochen baut, findet die Seite zur Gartenpflege im Frühjahr oder zum Rasenmähroboter womöglich gar nicht, weil sie im Winter kaum jemand aufruft. Die Inventur gehört deshalb über ein volles Jahr: Sitemap, Search Console, Statistik und Serverprotokolle zusammen, dazu Bilder und PDF-Dateien wie Preislisten oder Prospekte, die über die Suche gefunden werden.

FallRegelWarum
Seite bleibt inhaltlich erhaltenDauerhafte Weiterleitung auf die neue Adresse mit gleichem InhaltBesucher und Suchmaschine landen ohne Umweg am richtigen Ziel
Mehrere alte Seiten werden zusammengelegtAlle alten Adressen auf die neue, gebündelte SeiteGoogle nennt diesen Fall ausdrücklich als zulässig
Inhalt entfällt ersatzlosStatuscode 404 oder 410 statt Weiterleitung auf die StartseiteViele Weiterleitungen auf ein unpassendes Ziel können als Soft-404 gewertet werden
Weiterleitungen aus einem früheren RelaunchDirekt auf das neue Endziel umstellenKetten verzögern das Laden, und nicht jeder Browser folgt langen Ketten

Ketten entstehen leicht, wenn eine Website schon einmal umgezogen ist. Der Googlebot folgt zwar bis zu 10 Weiterleitungen in einer Kette, Google empfiehlt aber eine direkte Weiterleitung zum endgültigen Ziel (Google Search Central). Wo das nicht geht, sollten es im Idealfall bis zu 3 und höchstens 4 sein (Google Search Central). Beim Relaunch heißt das: Alte Weiterleitungen aus früheren Umzügen werden nicht stehen gelassen, sondern auf das neue Ziel umgeschrieben.

Und wie lange? Google empfiehlt, die Weiterleitungen möglichst lange beizubehalten, generell mindestens ein Jahr (Google Search Central). In diesem Zeitraum kann Google alle Signale an die neuen Adressen übertragen, auch Verweise anderer Websites. Für einen Saisonbetrieb hat diese Frist einen anschaulichen Sinn: Ein Jahr umfasst jede Saison einmal, auch die Seiten, die nur im Sommer gefragt sind. Aus Nutzersicht ideal ist es laut Google, Weiterleitungen ohne zeitliche Begrenzung zu behalten. Die Search Console-Hilfe nennt für den Domainwechsel mit Adressänderungstool mindestens 180 Tage (Search Console-Hilfe); die längere Empfehlung ist der verlässlichere Rahmen.

Testphase: was vor dem Umschalten fertig sein muss

Die neue Seite entsteht auf einer Vorschau, die für Suchmaschinen gesperrt ist. Genau diese Sperre gehört zu den häufigen Fehlern nach dem Go-live: Google nennt durch noindex oder robots.txt blockierte Inhalte als ersten Punkt seiner Fehlerliste für Migrationen. Wer die Vorschau per robots.txt sperrt, legt vorab eine zweite robots.txt bereit, die am Go-live-Tag eingesetzt wird; wer mit noindex arbeitet, führt eine Liste der Seiten, bei denen die Regel entfernt wird. Gelangt die gesperrte Datei doch auf die Live-Seite, wirkt der Fehler nach: Google speichert den Inhalt der robots.txt normalerweise bis zu 24 Stunden im Cache (Google Crawling Infrastructure).

  • Jede Zeile der Weiterleitungsliste ist auf der Vorschau getestet und führt ohne Umweg zum Ziel.
  • Jede neue Seite verweist per canonical auf sich selbst, interne Links zeigen auf die neuen Adressen.
  • Kontaktformular, Terminanfrage und Telefon-Links sind ausprobiert, die Testnachricht ist angekommen.
  • Die Sitemap mit den neuen Adressen liegt bereit, die Inhaberschaft in der Search Console ist auch für die neue Fassung bestätigt.
  • Impressum, Datenschutzerklärung und Einwilligungsabfrage sind übernommen und an das neue System angepasst.
  • Mobilansicht und Ladezeit sind auf echten Geräten geprüft, nicht nur im Browserfenster am Schreibtisch.

Für den Tag selbst gilt Googles Hinweis zum Wochentag. Ein Termin früh in der Woche lässt Arbeitstage für Korrekturen, ein Go-live am Freitagnachmittag oder vor Feiertagen verschiebt jede Fehlersuche ins Wochenende. Am ersten Tag hilft die Search Console wenig, denn ihre Daten sind erst 48 Stunden nach der Erfassung verfügbar (Google-Hilfe). Die ersten Kontrollen laufen deshalb über eigene Stichproben und die Serverprotokolle: Führen die alten Adressen auf die neuen, gibt es auffällig viele Fehlerseiten, ist die Testanfrage angekommen?

Auch der Server gehört in die Testphase. Nach einer Migration crawlt Google die neue Website vorübergehend stärker als gewöhnlich, weil die Abrufe der alten Adressen über die Weiterleitungen dazukommen. Für die Seite eines lokalen Betriebs ist das in der Regel kein Engpass, gehört aber in die Abstimmung mit dem Hoster. Worauf es beim Hosting ankommt, zeigt unsere Seite Webhosting.

Messpunkte festlegen, bevor es losgeht

Ob ein Relaunch gelungen ist, lässt sich nur beantworten, wenn vorher feststeht, woran er gemessen wird. Die Ausgangswerte werden im November erhoben, nicht nach dem Go-live, wenn die alten Seiten schon weitergeleitet sind. Weil die Search Console die Daten der letzten 16 Monate vorhält (Google-Hilfe), lässt sich der Vergleich sauber gegen den Vorjahresmonat ziehen. Das ist bei Saisonbetrieben der fairere Maßstab: Ein Galabau-Betrieb hat im März mehr Klicks als im Februar, mit oder ohne Relaunch.

Klicks je wichtiger Seite

Klicks und Impressionen der Seiten mit den meisten Besuchen, je Monat und für denselben Monat des Vorjahres.

Indexierte Adressen

Im Sitemap-Bericht sinkt die Zahl der indexierten alten Adressen mit der Zeit gegen null, die der neuen steigt. Beides gehört in die Liste.

Nicht gefundene Seiten

Meldungen „Nicht gefunden“ in der Search Console und 404-Antworten im Serverprotokoll. Ein sprunghafter Anstieg weist auf Lücken in der Weiterleitungsliste.

Anfragen je Monat

Anrufe, Formulare und E-Mails aus der eigenen Liste. Sie sind die Zahl, um die es eigentlich geht, und stehen in keinem Suchbericht.

Core Web Vitals

Der Bericht wertet die letzten 28 Tage aus (Search Console-Hilfe). Für die neue Seite wird er rund vier Wochen nach dem Go-live aussagekräftig; bei wenig Besuchen meldet er „Keine Daten verfügbar“.

Ladezeit und Formulare

Eigene Stichproben: Wie schnell lädt die Startseite mobil, kommt die Testanfrage an? Am Go-live-Tag und danach wöchentlich.

Hilfreich ist eine einfache Tabelle mit diesen Werten für den Vorjahresmonat, den Monat vor dem Go-live und die Monate danach. Sie muss niemand täglich pflegen; sie soll im März eine klare Antwort geben: Läuft die neue Seite mindestens so gut wie die alte im selben Monat des Vorjahres? Die Ladezeit misst der Core-Web-Vitals-Bericht über die letzten 28 Tage (Search Console-Hilfe), ein Wert aus der ersten Woche nach dem Go-live beschreibt deshalb noch überwiegend die alte Seite. Mehr dazu steht im Beitrag Core Web Vitals 2026: Googles Ranking-Faktor bestehen, und wer die Sichtbarkeit nach dem Relaunch gezielt ausbauen will, findet das bei unserer Suchmaschinenoptimierung.

Nach dem Go-live: nachmessen, bevor die Saison beginnt

Die Wochen nach dem Umschalten sind Beobachtungszeit. Google erwartet, dass der Traffic auf den alten Adressen sinkt und auf den neuen steigt, und dass sich das Ranking nach einer Weile einpendelt. Ein Plan, der das abbildet, hat feste Kontrolltermine:

  1. Go-live-Tag: Weiterleitungen stichprobenartig aufrufen, robots.txt und noindex prüfen, Testanfrage senden, neue Sitemap in der Search Console einreichen.
  2. Nach 48 Stunden: erste Daten der Search Console ansehen und Meldungen „Nicht gefunden“ mit der Weiterleitungsliste abgleichen.
  3. Erste Woche: Serverprotokolle täglich auf 404-Antworten durchsehen und fehlende Weiterleitungen nachtragen.
  4. Nach vier Wochen: Core Web Vitals der neuen Seite lesen, im Sitemap-Bericht die indexierten neuen Adressen prüfen.
  5. Im März: Klicks, Impressionen und Anfragen mit dem Vorjahresmonat vergleichen und letzte Korrekturen vor der Saison umsetzen.
  6. Nach einem Jahr: Weiterleitungen nicht abschalten, sondern prüfen, welche noch genutzt werden, und eigene Verweise auf die neuen Adressen umstellen.

Schwankungen in den ersten Wochen sind normal und kein Anlass, hektisch umzubauen. Ein Warnsignal ist dagegen ein Einbruch, der auf bestimmte Seiten beschränkt ist: Meist fehlt dann eine Weiterleitung, eine Seite steht versehentlich auf noindex, oder ein Ziel führt auf eine inhaltlich unpassende Seite. Weil der Go-live im Februar liegt, bleibt bis zur Saison Zeit, solche Fälle zu finden und zu beheben, statt sie im April am stillen Telefon zu bemerken.

Google rät außerdem, unmittelbar zu Beginn der Migration möglichst viele Verweise zu aktualisieren: interne Links, Profile und Werbekampagnen. Im Google-Unternehmensprofil, in Branchenverzeichnissen und in laufenden Anzeigen gehört die neue Adresse deshalb am Go-live-Tag eingetragen. Jede Weiterleitung, die ein Besucher nicht nehmen muss, spart ihm Ladezeit.

Ein Relaunch, der im Februar live geht, hat bis zum Frühjahr Zeit, seine Fehler zu zeigen. Einer, der im April live geht, zeigt sie der Kundschaft.

Internetagentur Hildesheim

Wenn es nicht bis zur ruhigen Saison warten kann

Manchmal lässt sich der Termin nicht frei wählen: Ein Redaktionssystem erhält keine Sicherheitsupdates mehr, die Seite wurde angegriffen, oder ein Hosting-Vertrag endet. Dann hilft dieselbe Logik in kleinerem Maßstab. Zuerst wird nur das Dringende erledigt, möglichst ohne Adressänderungen, etwa ein Umzug auf ein aktuelles System oder einen neuen Server mit identischen Pfaden. Der eigentliche Relaunch mit neuer Struktur und neuem Design folgt im nächsten ruhigen Fenster. So trennt sich die notwendige Änderung von der wünschenswerten, genau wie Google es mit dem Grundsatz „nacheinander“ beschreibt.

Eine gestaffelte Umstellung einzelner Bereiche ist eine Option für große Websites. Kleinen und mittelgroßen Websites empfiehlt Google dagegen, alle Adressen auf einmal zu migrieren, damit Nutzer besser mit der neuen Seite zurechtkommen und Google den Umzug schneller erkennt. Für die meisten lokalen Betriebe heißt das: ein Termin, ein Umschalten, aber dieser Termin in der ruhigen Phase. Bei Sicherheitsproblemen hat die laufende Website-Wartung Vorrang vor jedem Zeitplan.

Nicht in die Hochsaison rutschen lassen

Ein häufiger Weg in einen Go-live zur Unzeit ist ein Projekt, das im Herbst beginnt und sich Woche um Woche verschiebt. Ist der späteste vertretbare Termin verpasst, ist es meist besser, die fertige Seite bis nach der Saison auf der Vorschau zu lassen, als sie mitten in der Hochsaison umzuschalten. Die Arbeit ist dann nicht verloren, sondern wartet auf das nächste Fenster.

So planen wir einen Relaunch im Raum Hildesheim

Wir beginnen jeden Relaunch mit einer kostenlosen Analyse des Altbestands: Welche Adressen bringen Besucher und Anfragen, welche Seiten sind nur in der Saison gefragt, wann ist Ihre ruhige Phase? Daraus entsteht ein Zeitplan, der vom Go-live-Termin aus rückwärts gerechnet ist und Ihre Saison, Ihre Betriebsferien und die Zeit für Texte und Fotos berücksichtigt. Die neue Seite entsteht auf einer für Suchmaschinen gesperrten Vorschau, das Umschalten legen wir auf eine besucherarme Zeit, und unmittelbar danach prüfen wir, ob alle Weiterleitungen greifen. In den Wochen danach behalten wir die Entwicklung der Sichtbarkeit im Blick.

Die Termine stimmen wir persönlich mit Ihnen ab, auf Wunsch vor Ort im Raum Hildesheim. Für Handwerksbetriebe zeigt die Seite Webdesign für Handwerk, welche Inhalte vor der Saison stehen sollten, für Händler die Seite Webdesign für Einzelhandel. Wer jetzt im Herbst einen Relaunch für das Frühjahr erwägt, ist mit dem November als Start gut im Plan. Schildern Sie uns Ihr Vorhaben über die Kontaktseite oder direkt auf der Seite zum Website-Relaunch.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Google Search Central (Website migrieren, Stand 9. September 2026), Google Crawling Infrastructure (Wie Google die robots.txt-Spezifikation interpretiert, Stand 9. September 2026), Search Console-Hilfe (Tool zur Adressänderung und Core Web Vitals-Bericht), Google-Hilfe zur Verknüpfung der Search Console (Speicherdauer und Verfügbarkeit der Daten), Sozialgesetzbuch III (§ 101 Saison-Kurzarbeitergeld) und Baubetriebe-Verordnung (§ 1), HDE (Pressemitteilung zum Weihnachtsgeschäft vom 5. November 2025), Destatis (Pressemitteilungen zum Tourismus im Januar 2026 vom 11. März 2026 und im Juli 2026 vom 11. September 2026) und co2online (Heizperiode 2026/2027).

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