Hosting ist der Teil einer Website, über den selten gesprochen wird. Es steht als Position auf einer Rechnung, oft seit Jahren unverändert, und arbeitet unauffällig im Hintergrund - bis die Seite an einem Montagmorgen nicht erreichbar ist, das Kontaktformular keine Nachrichten mehr zustellt oder nach einem missglückten Update auffällt, dass die jüngste brauchbare Sicherung drei Wochen alt ist. Erst dann wird aus einem Technikthema eine betriebliche Frage. Das lässt sich vermeiden, denn die Kriterien für tragfähiges Hosting sind überschaubar und ohne Fachvokabular prüfbar. Dieser Beitrag sortiert sechs davon: Serverstandort und Datenschutz, Backups, Verfügbarkeit, Softwarestand des Servers, Tempo sowie Support und Vertrag. Am Ende stehen acht Fragen an Ihren aktuellen Anbieter - die Antworten sagen mehr über die Qualität eines Angebots aus als jede Leistungstabelle. Bewusst außen vor bleiben ein Anbietervergleich, Domainrecht im Detail und die inhaltliche Pflege der Website.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Hoster verarbeitet Formulardaten, Logfiles und Postfächer im Auftrag des Betriebs. Artikel 28 Absatz 3 DSGVO verlangt dafür einen Vertrag mit acht Punkten (EUR-Lex); maßgeblich ist die Zugriffsmöglichkeit auf die Systeme, nicht allein der Ort der Festplatte.
- Eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, ist eine Annahme: Artikel 32 DSGVO verlangt rasche Wiederherstellbarkeit und deren regelmäßige Überprüfung. Belastbar heißt tägliche Sicherung, getrennter Speicherort, mehrere Wochen Tiefe und ein protokollierter Testrücklauf.
- Eine Zusage von 99,9 Prozent Verfügbarkeit deckt 8,76 Stunden (Berechnung auf Basis von 8.760 Jahresstunden) Ausfall im Jahr ab. Geplante Wartungsfenster sind meist ausgenommen, und als Rechtsfolge ist eine anteilige Gutschrift üblich, kein Ersatz entgangener Aufträge.
- Der Sicherheitssupport für PHP 8.2 endet am 31. Dezember 2026 (PHP.net), PHP 8.1 erhält seit dem 31. Dezember 2025 (PHP.net) keine Sicherheitsupdates mehr. TLS 1.0 und TLS 1.1 gelten seit März 2021 als abgekündigt (IETF, RFC 8996).
- Die Serverantwort begrenzt jede weitere Optimierung: Google nennt 0,8 Sekunden (Google Search Central) bis zum ersten Byte als Richtwert und ordnet ihn als Grundlage der Core Web Vitals ein. Bildformate und Skripte holen einen langsamen Server nicht ein.
- Ein Anbieterwechsel läuft in fester Reihenfolge: Bestandsaufnahme, Testumzug unter temporärer Adresse, Postfächer zuerst, DNS-Gültigkeitsdauer ein bis zwei Tage vorher absenken, verabredetes Umschaltfenster, alter Vertrag noch einige Wochen aktiv.
Warum Hosting erst nach dem ersten Ausfall zum Thema wird
Die meisten Hosting-Verträge in kleinen Betrieben sind gewachsen, nicht ausgewählt worden. Sie stammen aus der Zeit des ersten Webauftritts, wurden bei einem Relaunch mitgeschleppt und laufen seither still weiter. Solange nichts passiert, spricht wenig dagegen. Die europäische Statistik zeigt allerdings, wie regelmäßig etwas passiert: rund 18 Prozent (Eurostat) der Unternehmen in der EU berichteten für 2023 von einer Nichtverfügbarkeit ihrer IKT-Dienste durch Hardware- oder Softwarefehler, und rund 22 Prozent (Eurostat) hatten überhaupt Folgen durch IT-Sicherheitsvorfälle zu tragen. Das sind keine Ausnahmefälle, sondern der normale Erfahrungsbereich eines Betriebs über einige Jahre hinweg.
Hinter dem Wort Hosting steckt dabei mehr als Speicherplatz. Dazu gehören die Serverumgebung mit PHP-Version und Datenbank, die TLS-Verschlüsselung, die Sicherungen, die E-Mail-Konten, die Erreichbarkeit rund um die Uhr und der Mensch, der ans Telefon geht, wenn etwas klemmt. Wer diese Bestandteile einzeln betrachtet, merkt schnell, dass der Preisunterschied zwischen einem sehr günstigen und einem soliden Paket selten am Speicherplatz hängt, sondern am Backup-Konzept, an der Softwarepflege und am Support. Für eine Website, die Anfragen bringen soll, ist das kein Randthema, sondern die Grundlage der Website-Wartung.
Hosting, Domain und Pflege sind drei verschiedene Verträge
Serverstandort und Datenschutz in der Praxis
Über eine Website werden fast zwangsläufig personenbezogene Daten verarbeitet: Namen und Nachrichten aus dem Kontaktformular, E-Mail-Adressen, Server-Logfiles mit IP-Adressen, bei Terminbuchungen zusätzlich Zeit- und Leistungsangaben. Der Hoster verarbeitet diese Daten in Ihrem Auftrag und ist damit Auftragsverarbeiter. Nach Artikel 28 Absatz 3 (EUR-Lex) der Datenschutz-Grundverordnung braucht es dafür einen Vertrag, der Gegenstand und Dauer der Verarbeitung, Art und Zweck, die Art der personenbezogenen Daten, die Kategorien betroffener Personen sowie die Pflichten und Rechte des Verantwortlichen festlegt. Darüber hinaus schreibt die Vorschrift acht Punkte (EUR-Lex) vor, die der Vertrag ausdrücklich regeln muss.
- Weisungsbindung: Der Auftragsverarbeiter verarbeitet die Daten nur auf dokumentierte Weisung des Verantwortlichen, auch bei Übermittlungen in Drittländer (Art. 28 Abs. 3 lit. a DSGVO).
- Vertraulichkeit: Die eingesetzten Personen sind zur Vertraulichkeit verpflichtet oder unterliegen einer gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht (lit. b).
- Technische und organisatorische Maßnahmen: Der Auftragsverarbeiter ergreift alle nach Artikel 32 erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen (lit. c).
- Unterauftragnehmer: Weitere Dienstleister dürfen nur unter den Bedingungen der Absätze 2 und 4 eingesetzt werden - praktisch heißt das: benannte Liste, Information bei Wechsel, Möglichkeit zum Einspruch (lit. d).
- Unterstützung bei Betroffenenrechten: Der Anbieter hilft dabei, Auskunfts-, Lösch- und Berichtigungsanfragen zu beantworten (lit. e).
- Unterstützung bei Sicherheit und Meldepflichten: Das betrifft die Artikel 32 bis 36, also auch die Meldung von Datenschutzverletzungen binnen 72 Stunden (EUR-Lex) nach Artikel 33 Absatz 1 (lit. f).
- Löschung oder Rückgabe: Nach Vertragsende werden die Daten nach Wahl des Verantwortlichen gelöscht oder zurückgegeben (lit. g).
- Nachweise und Überprüfungen: Der Anbieter stellt die erforderlichen Informationen bereit und ermöglicht Überprüfungen einschließlich Inspektionen (lit. h).
Diese Punkte sind kein Papierkram für Großunternehmen. Sie sind der Grund, warum ein Hoster ohne abrufbaren Auftragsverarbeitungsvertrag für einen Betrieb mit Kontaktformular ein schlechter Ausgangspunkt ist. Verstöße gegen die Artikel 28 und 32 fallen in den Bußgeldrahmen von bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent (EUR-Lex) des weltweiten Jahresumsatzes nach Artikel 83 Absatz 4. Für kleine Betriebe realistischer ist die Rückfrage einer Aufsichtsbehörde, die ohne Vertrag und ohne Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten nach Artikel 30 unangenehm wird. Wer seine Website ohnehin überarbeitet, klärt diese Punkte am besten im Zuge des Website-Relaunchs.
Standort belegen lassen
Fragen Sie nach dem konkreten Rechenzentrumsstandort, nicht nach der Firmenanschrift des Anbieters. Beides fällt häufig auseinander. Sorgfältig arbeitende Anbieter benennen Land und Region der Rechenzentren im Vertrag oder in der Leistungsbeschreibung.
Vertrag vor der Buchung prüfen
Der Auftragsverarbeitungsvertrag sollte vor Vertragsschluss einsehbar sein und nicht erst auf Nachfrage entstehen. Fehlt er im Kundenbereich, ist das ein belastbarer Hinweis auf den Reifegrad der übrigen Prozesse.
Unterauftragnehmer kennen
Auslieferungsnetzwerke, Mailversand und Backup-Speicher liegen oft bei weiteren Dienstleistern. Diese Kette gehört in eine benannte Liste, damit Sie wissen, wo Daten tatsächlich liegen und wer sie berühren kann.
Standort allein ist nur die halbe Antwort
Drittlandtransfer: was seit Schrems II dokumentiert gehört
Am 16. Juli 2020 (EuGH, Rechtssache C-311/18) erklärte der Europäische Gerichtshof den Angemessenheitsbeschluss 2016/1250 für unwirksam und bestätigte zugleich, dass Standardvertragsklauseln nach dem Beschluss 2010/87 gültig bleiben. Entscheidend ist die Begründung: Wer Daten in ein Drittland übermittelt, muss im Einzelfall prüfen, ob dort ein im Wesentlichen gleichwertiges Schutzniveau besteht, gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen ergreifen und die Übermittlung aussetzen, wenn das nicht gelingt (EuGH, Rechtssache C-311/18). Seit dem 10. Juli 2023 (Europäische Kommission) besteht mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2023/1795 wieder ein Angemessenheitsbeschluss für die USA - allerdings nur für Organisationen, die nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert sind.
Für den Alltag eines lokalen Betriebs heißt das: Liegen Webspace, Backup-Speicher und Mailserver in Deutschland oder der EU, entfällt diese Prüfung weitgehend. Wandert dagegen ein Teil der Kette in ein Drittland, etwa über ein Auslieferungsnetzwerk oder einen Versanddienst für E-Mails, wird die Übermittlung dokumentationspflichtig. Unzulässige Drittlandübermittlungen liegen im schärferen Bußgeldrahmen von bis zu 20 Millionen Euro oder 4 Prozent (EUR-Lex) des weltweiten Jahresumsatzes nach Artikel 83 Absatz 5. Der praktische Aufwand ist deutlich kleiner, als der Satz vermuten lässt, wenn man ihn einmal sauber erledigt und danach im Rahmen der Wartung fortschreibt. Welche Dienste zusätzlich eine Einwilligung im Frontend brauchen, ordnet der Beitrag zum Cookie-Banner nach DSGVO.
Diese fünf Angaben gehören in Ihre Unterlagen
Backups, die diesen Namen verdienen
Fast jedes Hosting-Paket wirbt mit Backups. Der Unterschied liegt in den Details, und die Datenschutz-Grundverordnung benennt sie erstaunlich präzise. Artikel 32 Absatz 1 Buchstabe c (EUR-Lex) verlangt die Fähigkeit, die Verfügbarkeit personenbezogener Daten und den Zugang zu ihnen bei einem physischen oder technischen Zwischenfall rasch wiederherzustellen. Buchstabe d ergänzt ein Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung und Bewertung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen (EUR-Lex). Aus beidem folgt der Satz, an dem sich Backup-Konzepte messen lassen: Eine Sicherung, die noch nicht zurückgespielt wurde, ist eine Annahme. Auch der IT-Grundschutz des BSI führt das Datensicherungskonzept als eigenen Baustein und verlangt eine dokumentierte Festlegung von Umfang, Häufigkeit und Aufbewahrung statt einer stillschweigenden Praxis (BSI).
| Merkmal | Häufig anzutreffen | Belastbar |
|---|---|---|
| Häufigkeit | wöchentlich, Zeitpunkt unbekannt | täglich, mit dokumentiertem Zeitfenster |
| Umfang | Dateien | Dateien, Datenbank und Konfiguration |
| Aufbewahrung | die letzten sieben Tage | mehrere Wochen plus monatliche Stände |
| Ablageort | dieselbe Maschine, dasselbe Konto | getrennter Speicherort mit eigenem Zugriffspfad |
| Wiederherstellung | auf Anfrage, Dauer offen | im Kundenbereich auslösbar, Zeitrahmen benannt |
| Nachweis | keiner | mindestens jährlicher Testrücklauf, protokolliert |
| Kosten | im Störfall oft gesondert berechnet | im Paketpreis enthalten |
Zwei Kennzahlen helfen im Gespräch mit dem Anbieter, auch ohne Fachjargon. Die erste ist der maximal hinnehmbare Datenverlust: Wenn täglich um drei Uhr gesichert wird, kann im schlechtesten Fall ein ganzer Arbeitstag an Formularnachrichten, Bestellungen und Inhaltsänderungen fehlen. Die zweite ist die Zeit bis zur Wiederherstellung: Ob das eine Stunde oder drei Werktage dauert, entscheidet darüber, ob ein Zwischenfall ärgerlich oder teuer wird. Beide Werte sollten im Vertrag oder in der Leistungsbeschreibung stehen und nicht im Kopf eines einzelnen Mitarbeiters.
Der Test ist der Beweis
Ein Rücklauf auf eine Testumgebung zeigt in einer Stunde, was Monate an Sicherungsprotokollen nicht belegen: dass die Daten vollständig, lesbar und in der richtigen Version zurückkommen. Ohne diesen Nachweis bleibt das Backup ein Versprechen.
Getrennt abgelegt
Sicherungen auf derselben Maschine helfen bei Softwarefehlern, aber wenig bei Hardwaredefekt, Verschlüsselungsangriff oder versehentlicher Kontolöschung. Ein getrennter Speicherort mit eigenem Zugriffspfad ist der Unterschied zwischen Kopie und Sicherung.
Tiefe statt nur Aktualität
Manipulationen und schleichende Fehler fallen selten am selben Tag auf. Wer nur sieben Tage vorhält, hat bei später Entdeckung keinen sauberen Stand mehr. Monatliche Stände über mehrere Monate kosten wenig Speicher und lösen genau dieses Problem.
Jedes fünfte Unternehmen sichert nicht getrennt
Verfügbarkeit realistisch lesen
Prozentwerte in Hosting-Angeboten wirken beruhigend, weil sie nah an der Hundert liegen. In Stunden übersetzt wird die Sache greifbarer. Ein Jahr hat 8.760 Stunden (Berechnung auf Basis von 365 Tagen), und jedes Zehntelprozent entspricht rund neun Stunden. Wichtig ist außerdem, was eine Zusage überhaupt umfasst: Geplante Wartungsfenster sind in vielen Leistungsbeschreibungen ausgenommen, ebenso Störungen bei Vorleistern. Und die Rechtsfolge ist in der Regel eine anteilige Gutschrift, kein Ersatz entgangener Aufträge.
| Zusage | Ausfall pro Jahr | Ausfall pro Monat | Einordnung |
|---|---|---|---|
| 99,0 Prozent | 87,6 Stunden | 7,3 Stunden | mehr als drei Tage im Jahr, für Geschäftswebsites knapp |
| 99,5 Prozent | 43,8 Stunden | 3,7 Stunden | spürbar, in einfachen Paketen aber verbreitet |
| 99,9 Prozent | 8,76 Stunden | 43,8 Minuten | üblicher Anspruch für Websites mit Anfragefunktion |
| 99,95 Prozent | 4,38 Stunden | 21,9 Minuten | sinnvoll bei Shop- und Buchungsbetrieb |
| 99,99 Prozent | 52,6 Minuten | 4,4 Minuten | aufwendig, für lokale Betriebe selten erforderlich |
Ein Rechenbeispiel macht die Größenordnung greifbar: Angenommen, über Ihre Website kommen 40 Anfragen im Monat, verteilt über die Geschäftszeiten. Dann entspricht ein Ausfall von acht Stunden an einem Werktag rechnerisch etwa zwei bis drei verlorenen Kontaktaufnahmen - vorausgesetzt, es folgt kein zweiter Anlauf. Der eigentliche Schaden liegt oft daneben: in der E-Mail, die während der Störung nicht zugestellt wurde, im Anruf, der stattdessen woanders landet, und in der Zeit, die im Betrieb für Rückfragen draufgeht. Wie sich aus dem vorhandenen Besucherstrom mehr machen lässt, beschreibt der Beitrag zu mehr Anfragen über die Website.
Ohne Messung bleibt Verfügbarkeit eine Behauptung
Softwarestand: das stille Risiko in Altverträgen
Der häufigste stille Mangel bei langjährigen Hosting-Verträgen ist eine PHP-Version ohne Sicherheitsupdates. Der Ablauf ist planbar und öffentlich dokumentiert: Jeder PHP-Zweig erhält zwei Jahre (PHP.net) aktive Pflege und anschließend zwei weitere Jahre (PHP.net) reinen Sicherheitssupport. Danach erscheinen auch für kritische Lücken keine offiziellen Korrekturen mehr. Weil Websites nach einem Wechsel des Zweigs manchmal Anpassungen brauchen, bleiben sie in der Praxis gern auf dem alten Stand stehen - unbemerkt, weil die Seite ja weiterhin ausgeliefert wird.
- PHP 8.1 erhält seit dem 31. Dezember 2025 (PHP.net) keinen Sicherheitssupport mehr, ältere Zweige noch länger. Wer hier steht, sollte den Wechsel einplanen.
- PHP 8.2 bekommt Sicherheitsupdates bis zum 31. Dezember 2026 (PHP.net) - für den Umstieg bleibt also dieses Jahr.
- PHP 8.3 ist bis zum 31. Dezember 2027 (PHP.net) abgesichert, die aktive Pflege endete zum Jahreswechsel 2025/2026.
- PHP 8.4 befindet sich in aktiver Pflege bis Ende 2026 (PHP.net) und erhält Sicherheitsupdates bis zum 31. Dezember 2028 (PHP.net).
- PHP 8.5 erschien am 20. November 2025 (PHP.net) und ist bis zum 31. Dezember 2029 (PHP.net) abgesichert.
Neben PHP lohnen drei weitere Punkte einen Blick, die der Anbieter liefert und die an der Website selbst kaum sichtbar sind. Die Verschlüsselung sollte auf aktuellen Protokollversionen beruhen: TLS 1.0 und TLS 1.1 (IETF, RFC 8996) gelten seit März 2021 formal als abgekündigt und sollen nicht mehr ausgehandelt werden. Bei den Zertifikaten verkürzt sich die zulässige Laufzeit schrittweise - auf 200 Tage (CA/Browser Forum) ab dem 15. März 2026, auf 100 Tage (CA/Browser Forum) ab dem 15. März 2027 und auf 47 Tage (CA/Browser Forum) ab dem 15. März 2029. Ohne automatische Erneuerung wird daraus schnell eine Fehlerquelle mit Warnmeldung im Browser.
Zertifikate automatisch erneuern
Angesichts der sinkenden Laufzeiten ist die manuelle Verlängerung keine tragfähige Option mehr. Fragen Sie, ob die Erneuerung automatisch läuft, wer benachrichtigt wird, wenn sie fehlschlägt, und ob das auch für Subdomains und Mailserver gilt.
HTTP/2 und HTTP/3
Beide Protokollversionen übertragen viele kleine Dateien deutlich effizienter als ihr Vorgänger. Ob der Server sie anbietet, ist eine reine Konfigurationsfrage - und ein guter Anhaltspunkt dafür, wie aktuell die Plattform insgesamt gepflegt wird.
Wer aktualisiert eigentlich was
Betriebssystem, Webserver und PHP liegen beim Anbieter, das Content-System und seine Erweiterungen bei Ihnen oder Ihrer Agentur. Diese Grenze sollte schriftlich festgehalten sein, damit keine Lücke entsteht - der Beitrag zu Website-Wartung und Sicherheit vertieft die zweite Hälfte.
Tempo beginnt beim Server
Ladezeit wird meist mit Bildern und Skripten verbunden. Der erste messbare Schritt liegt jedoch davor: Die Zeit bis zum ersten Byte beschreibt, wie lange der Server für die Antwort braucht. Google nennt 0,8 Sekunden (Google Search Central) als guten Richtwert und ordnet ihn ausdrücklich als Grundlage der nachgelagerten Messwerte ein. Die Core Web Vitals selbst liegen bei 2,5 Sekunden (Google Search Central) für den größten sichtbaren Inhalt, 200 Millisekunden (Google Search Central) für die Reaktion auf Eingaben und 0,1 (Google Search Central) für die Layoutstabilität, jeweils gemessen im 75. Perzentil (Google Search Central) der Seitenaufrufe. Ist die Serverantwort langsam, verschiebt sich alles Weitere nach hinten, unabhängig davon, wie gut die Seite gebaut ist.
- Aktuelle PHP-Version mit eingeschaltetem Bytecode-Zwischenspeicher statt eines abgelaufenen Zweigs.
- Ausreichend dimensionierte Datenbank auf schnellem Speicher, nicht auf einem überbuchten Sammelserver.
- Serverseitiges Zwischenspeichern für wiederkehrende Seitenaufrufe, abgestimmt auf das Content-System.
- Komprimierung der Auslieferung sowie sinnvolle Ablaufzeiten für statische Dateien.
- HTTP/2 oder HTTP/3 aktiviert, damit viele kleine Dateien parallel übertragen werden.
- Rechenzentrum in geografischer Nähe zur Zielgruppe, was Laufzeiten im Millisekundenbereich spart.
Alles, was danach kommt - Bildformate, Schriftarten, Skripte, Layoutstabilität -, ist in der Anleitung zur Verbesserung der Website-Ladezeit beschrieben und soll hier nicht wiederholt werden. Wichtig ist nur die Reihenfolge: Eine Optimierung im Frontend bringt wenig, solange der Server eine halbe Sekunde zu spät antwortet.
Ein schneller Server macht eine langsame Website nicht schnell. Ein langsamer Server macht jede schnelle Website langsam.
Support, Vertrag und der Wechsel
Erreichbarkeit und Reaktionszeit
Entscheidend ist weniger die Rufnummer als die zugesagte Reaktionszeit und die Frage, wer außerhalb der Bürozeiten erreichbar ist. Ein Störfall am Freitagabend zeigt den Unterschied zwischen Ticketsystem und Ansprechpartner deutlicher als jede Leistungsübersicht.
Laufzeit und Kündigungsfrist
Zwölfmonatige Laufzeiten mit automatischer Verlängerung sind verbreitet. Notieren Sie das Kündigungsdatum im Kalender, sobald der Vertrag steht - sonst entscheidet die Frist darüber, wann ein Wechsel möglich ist, und nicht der Bedarf.
Mailkonten und Zugänge
E-Mail hängt fast überall am Hosting-Paket und wird beim Wechsel gern übersehen. Klären Sie Anzahl der Postfächer, Speichergrößen und den Zugriff auf die Verwaltung - Details dazu im Beitrag zur professionellen E-Mail mit eigener Domain.
Ein Anbieterwechsel klingt nach Risiko, ist aber planbar, wenn er in der richtigen Reihenfolge abläuft. Der kritische Teil ist selten die Website, sondern die E-Mail: Postfächer müssen vollständig übernommen werden, und während der Umstellung können Nachrichten an zwei Stellen ankommen. Für den Zeitplan gilt deshalb die einfache Regel, die Umstellung auf einen ruhigen Wochentag zu legen und den alten Vertrag erst einige Wochen später zu beenden.
- Bestandsaufnahme: Welche Domains, Postfächer, Datenbanken, Weiterleitungen und Zertifikate gibt es, und wer besitzt die Zugänge dazu.
- Testumzug: Die Website wird auf dem neuen Server unter einer temporären Adresse aufgebaut und geprüft, bevor irgendetwas umgestellt wird.
- Mail zuerst denken: Postfächer werden angelegt und der Bestand übertragen, damit während der Umstellung keine Nachricht verloren geht.
- DNS-Vorlauf: Die Gültigkeitsdauer der DNS-Einträge wird ein bis zwei Tage vor dem Termin abgesenkt, damit die Umstellung später schnell greift.
- Umschaltfenster: Die Einträge werden zu einem verabredeten Zeitpunkt geändert, danach werden Formular, Mailversand, Weiterleitungen und Zertifikat geprüft.
- Nachlauf: Der alte Vertrag bleibt einige Wochen aktiv, bis sichergestellt ist, dass dort keine Nachrichten oder Aufrufe mehr eingehen.
Warum der DNS-Vorlauf über das Ausfallfenster entscheidet
Acht Fragen an Ihren aktuellen Anbieter
Die folgenden Fragen lassen sich in einer E-Mail stellen und in wenigen Minuten auswerten. Aussagekräftig ist nicht nur der Inhalt der Antworten, sondern auch, wie lange sie auf sich warten lassen.
- In welchem Land und in welchem Rechenzentrum liegen Webspace, Datenbank, Mailkonten und Sicherungen?
- Wo finde ich den Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO, und welche Unterauftragnehmer sind darin benannt?
- Wie oft wird gesichert, wie lange werden Sicherungen aufbewahrt, und liegen sie auf getrennter Infrastruktur?
- Wann wurde zuletzt eine vollständige Wiederherstellung getestet, und wie lange hat sie gedauert?
- Welche Verfügbarkeit ist vertraglich zugesagt, was zählt als Ausfall, und wie wird er festgestellt?
- Welche PHP-Version läuft auf meinem Paket, bis wann erhält sie Sicherheitsupdates, und wie läuft ein Wechsel ab?
- Wie hoch ist die typische Serverantwortzeit meiner Startseite, und werden HTTP/2 oder HTTP/3 ausgeliefert?
- Welche Reaktionszeiten gelten im Störfall, wie lange läuft mein Vertrag, und bis wann kann ich kündigen?
Wer auf mehr als zwei dieser Fragen keine belastbare Antwort erhält, hat kein Preisproblem, sondern ein Informationsproblem - und das wiegt im Störfall schwerer. Umgekehrt gilt: Ein Anbieter, der Standort, Sicherungsrhythmus, Testrücklauf und PHP-Fahrplan ohne Umschweife nennt, hat diese Themen erfahrungsgemäß auch intern geordnet.
Was daraus für Ihre Website folgt
Hosting ist selten der Grund, warum eine Website erfolgreich ist - aber häufig der Grund, warum sie an einem Tag nicht funktioniert. Der Aufwand, das einmal zu ordnen, liegt bei wenigen Stunden: Bestandsaufnahme, Vertragsprüfung, ein Testrücklauf, gegebenenfalls ein Umzug. Danach ist Hosting wieder eine Position, die unauffällig bleiben darf.
Bestandsaufnahme
Wir sehen uns an, wo Ihre Website tatsächlich liegt, welche PHP- und TLS-Versionen aktiv sind, wie gesichert wird und was der Vertrag zusagt. Ergebnis ist eine kurze Einschätzung mit den Punkten, die zuerst Aufmerksamkeit brauchen.
Umzug mit Plan
Testumzug, Mailübernahme, DNS-Vorlauf und ein verabredetes Umschaltfenster - inklusive Prüfliste nach der Umstellung. Was dazugehört, zeigt die Seite zum Webhosting aus Hildesheim.
Laufender Betrieb
Sicherungen mit Testrücklauf, Aktualisierung von Server und Content-System, Erreichbarkeitsprüfung und ein fester Ansprechpartner. Der Umfang steht in der Übersicht unserer Leistungen.
Rechtliche und technische Pflichten an der Website treten selten einzeln auf. Wer die Website ohnehin gerade prüft, nimmt am besten die Themen mit, die in diesen Wochen anstehen: die neue elektronische Widerrufsfunktion für Betriebe, die online Verträge schließen, und die Frage, wie Fotos rechtssicher auf der Website eingesetzt werden. Beides beruht auf derselben Grundlage wie das Hosting: nachvollziehbare Prozesse statt stillschweigender Annahmen. Für Rückfragen erreichen Sie uns über das Kontaktformular.
Quellen und Studien
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